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Wassilissa's Blog



Lebenszeichen

Geschrieben von Wassilissa, 21 Dezember 2012 · 55 Aufrufe
Boshi
Nun war ich lange nicht mehr hier. Und wie meist, wenn ich weder stricke noch blogge, liegt es an der Gesundheit. Ich fasse es kurz zusammen: Seit sechs Wochen habe ich eine ziemliche Odysse mit meiner Gallenblase hinter mir, nachdem ich aus heiterem Himmel und ohne jemals vorher etwas gehabt zu haben eine Gallenkolik bekam - auf dem Flughafen in Newcastle beim Rückflug von einer Konferenz.
Naja, ich musste dann eine ERCP machen, bekam davon eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, dann gings wieder einigermaßen, dann wieder Koliken, nun wurde die Gallenblase entfernt. Seit heute bin ich wieder zu Hause, wackelig zwar, aber daheim.
Gestrickt habe ich in der Zeit kaum was, nur eine Mütze gehäkelt und Socken aus einem furchtbaren Handspun-Handdye-Effekt-Garn gestrickt.
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Edith´s Mütze

Geschrieben von Wassilissa, 04 November 2012 · 54 Aufrufe
Boshi
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Und hier ist nun noch eine für meine Nichte Edith. Rote und schwarze Schachenmayer Boston, Haken Nr. 7, feste Maschen.

Gehäkelt habe ich sie gestern während "Wetten dass".
Das fand ich eher langatmig. Viel zu viele Personen saßen da rum - besser wäre es, Herr Lanz würde weniger Leute intensiver befragen. Dass man mit diesem Programm NIE in der normalen Zeit fertig werden kann, ist ja klar und eigentlich nicht sympathisch, sondern eine Zumutung.
Ich habe die Sendung hauptsächlich wegen David Garett angesehen, aber der kam ja leider kaum dran.
Aber er hatte die beste Wette als Wettpate.
Die Wetten waren alle gut, aber die Sendung fand ich hölzern. Lanz hat es beim ersten Mal nicht schlecht gemacht, diesmal aber stellte er so seltsame Fragen, war überhaupt nicht schlagfertig oder charmant, sondern beleidigend (Oliver Welke und Sigmar Gabriel figurtechnisch zu vergleichen?) und irritierend (z.B. als er Hale Barry wegen ihrer angeblichen Vorliebe für Fleischgeruch fragte), vor alleem aber langweilig. Barbara Schöneberger (die er ständig wegen ihrer Schwangerschaft ansprach) wäre ja auch mal als Moderatorin im Gespräch gewesen, die war gestern wirklich gut, charmant, witzig. Ich habe Cindy aus Marzahn vermisst, die hat mir letztes Mal gefallen. Wobei auch Atze Schröder als Ersatz souverän rüberkam. Aber auch sein Potential wurde verschenkt, wie so vieles in der Sendung. Was haben sich wohl die amerikanischen Gäste auf der Couch gedacht, die sich das drei Stunden ohne Deutschkenntnisse anschauten?
"Wetten dass" ist ja eine schöne Familiensendung, aber dass unsere Kinder freiwillig um dreiviertel zehn zu Bett gingen und somit drei der besten Wetten (Jojo, Zahnarzt, Melonen) verpassten, lässt tief blicken. Wenn "Wetten dass" selbst den Kindern zu langweilig ist, dann werde wir es wohl auch nicht mehr anschauen.


Jedem Kopf ne Mütze - diesmal für Ben

Geschrieben von Wassilissa, 03 November 2012 · 68 Aufrufe
Boshi, Lesen
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"Jedem Kopf ne Mütze" ist der Untertitel des Hatnut-Buches. Diesmal habe ich eine für Ben gehäkelt. Die ist sehr am Buch orientiert, Ben wollte das so, das Modell "Powder". Ich habe allerdings wieder feste Maschen gemacht und keine Stäbchen. Außerdem habe ich bei blau ein dickes Garn (Schachenmayer Boston) verwendet und keine zwei dünnen Fäden. Dünne Fäden habe ich für weiß genommen, das waren Reste. Online Timona und ggh Bel Air ließ ich da zusammenlaufen.
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Die nächste ist schon angeschlagen, schwarz - rot diesmal. Meine Nichte wird sie zum Geburtstag bekommen.

Heute war Apfelverarbeitung angesagt. Ich hatte keine große Lust kompliziert zu backen, habe daher nur einen versunkenen Apfelkuchen gemacht und einen Apfeltrifle.

Jetzt lese ich dann noch ein wenig. Der Oktober war als Lesemonat etwas sehr mau. Nur mein letztes Buch, das ich gestern fertig gelesen habe, konnte mich erfreuen. Es war "Kleine Vogelkunde Ostafrikas" von Nicholas Drayson. Das klingt nach Sachbuch, aber es ist ein Roman. Im Vordergrund dieses Buches spielt sich eine leise Liebesgeschichte zwischen zwei älteren Menschen in Nairobi ab. Rose Mbikwa leitet eine Gruppe von Vogelbeobachtern, Mr. Malik ist Mitglied dieser Gruppe. Sein alter Schulkamerad Harry Kahn, der im Gegensatz zu ihm selbst nicht schüchtern und zurückhaltend ist, hat ebenfalls ein Auge auf Rose geworfen. Eine Wette soll regeln, wer Rose zum Ball einladen darf. Es geht darum, wer innerhalb einer Woche die meisten Vogelarten sieht.
Diese Geschichte ist eher betulich und gemütlich erzählt. Doch auf dieser Folie und vor allem auf den Lebensgeschichten der Hauptpersonen Rose und Mr. Malik wird eine Geschichte Kenias erzählt, eine aktuelle Bestandsaufnahme, die ohne anzuklagen erschüttert und bewegt.

Ansonsten konnten mich diesen Monat nicht mal die hochgelobtesten Bücher begeistern. Lediglich das uralte "Alles, was du wissen musst, hast du schon als Kind gelernt" rührte mich sehr an. Obwohl es ein sentimentales, kitschiges Büchlein ist - wahrscheinlich gerade deswegen-. musste ich ständig weinen. Das traf einen Nerv bei mir.
Kostprobe gefällig:
Alles was Du wirklich wissen musst, hast Du im Kindergarten gelernt.

Alles, was ich wirklich über mein Leben, über die Art, wie ich es führen und was ich tun und wie ich sein soll, wissen muss, habe ich schon als Kind gelernt. Nicht in den ätherischen Höhen der High-School, sondern dem Sandkasten im Kindergarten habe ich all
meine Weisheit zu verdanken.
Dort habe ich folgendes gelernt:
Teile alles mit anderen. Sei fair. Schlage niemanden.
Lege die Dinge immer dorthin zurück, wo Du sie gefunden hast.
Räume Deine Sachen auf, wenn Du sie in Unordnung gebracht hast.
Nimm nicht, was Dir nicht gehört.
Entschuldige Dich, wenn Du jemandem weh getan hast.
Wasch Dir vor dem Essen die Hände.
Wenn Du auf der Toilette gewesen bist, betätige die Spülung.
Warme Plätzchen und kalte Milch sind bekömmlich.
Führe ein ausgewogenes Leben- lerne etwas und denke nach, aber zeichne auch jeden Tag ein wenig und male, singe, tanze, spiele und arbeite.
Halte jeden Nachmittag ein Nickerchen.
Wenn Du auf der Strasse gehst, achte auf den Verkehr, und wenn Ihr zu mehreren unterwegs seid, fasst Euch an den Händen und bleibt zusammen.
Achte auf die Wunder, die Dich umgeben. Vergiss nicht das kleine Samenkorn im Blumentopf:
Die Wurzeln gehen hinunter, und die Pflanze wächst nach oben- und niemand weiß wirklich, wie oder warum das so ist, aber wir alle sind wie das Samenkorn.
Goldfische, Hamster und weiße Mäuse und sogar das kleine Samenkorn im Blumentopf- sie alle sterben. Das tun wir auch.
Und erinnere Dich an Deine Bilderbücher aus jenen Tagen und das erste Wort, das Du gelernt hast, das allerwichtigste Wort: „Schau.“
Alles, was man wirklich wissen muss, ist irgendwie darin enthalten. Die goldene Regel, die Liebe und die Grundsätze der Hygiene. Die Ökologie, die Politik, Gleichberechtigung und eine vernünftige Lebensweise. Nimm einen dieser Grundsätze und er erweist sich als wahr, einfach und tragfähig im Familienleben, am Arbeitsplatz, in der Regierung oder in der Welt, in der wir leben.
Man braucht sich einfach nur vorzustellen, um wie viel besser unsere Welt bestellt wäre, wenn die Menschen jeden Nachmittag warme Plätzchen essen, Milch trinken und sich dann zu einem Schläfchen hinlegen würden.
Oder wenn in allen Regierungen der Grundsatz befolgt würde, alles dahin zurückzulegen, wo man es gefunden hat, und jeder die Unordnung, die er angerichtet hat, selbst wieder in Ordnung bringen würde. Und es wäre sicher auch gut, wenn Sie -ohne Rücksicht auf Ihr Alter- Ihren Mitmenschen die Hand reichen und zusammen stehen, wenn sie in die Welt hinaus gehen.

Robert Fulghum



Japan-Socken/ neue Zeitschriften

Geschrieben von Wassilissa, 02 November 2012 · 60 Aufrufe
Socken, In 80 Socken um die Welt und 1 weitere...
Die falsch gelieferte Lana Grossa Meilenweit Soja in Türkis habe ich bereits verarbeitet. Recht schön, wie ich finde:
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Das sind sie, die Japan-Socken aus dem Verena-Heft "In 80 Socken um die Welt, Teil 3", nur ohne abgesetzten Extrazeh. Ich finde das unbequem.
Das Muster gefällt mir gut. Hier im Detail:
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Ich finde das schön, wie das Lochmuster immer in den Zopf läuft. Mal ein schönes Muster von Verena.

Heute war ich auch schon im Zeitschriftenladen.
Erst mal habe ich eine neue Zeitschrift von Filati entdeckt: Filati Kids & Teens. Hier kann man sie online durchblättern. Ich finde sie recht pfiffig. Da ich immer wenig finde, was ich für meine doch recht groß gewachsenen Kinder stricken kann, ist das mal ein gutes Heft und für 3.50 Euro kann man nicht meckern. Aus meiner Sicht ist ein solches Heft eine echte Marktlücke.

Außerdem habe ich die neue Verena mitgenommen. Hier auch der online Blick ins Heft.
Das Thema Teens ist auch dort bearbeitet- auch gut gemacht, wie ich finde! Eas mich an manchen Fotos des Heftes wirklich nervt: Dass man fast nichts von den Stricksachen erkennt. Aber im großen und ganzen ist es gut fotografiert und die einzelnen Themen passen auch ganz gut. Da sollte für jede(n) was dabei sein. Streifen, komplizierte Einstrickmuster, Zöpfe, Verschlüsse.
Die Strickteile mit den Einstrickmustern finde ich wunderschön - zumindest zum Anschauen. Für mich ist das leider weder zum Stricken noch zum Tragen was. Aber die entlockten mir schon ein oh und ah. Man erkennt den Designer Martin Strorey an zwei Stücken, weil sie sehr nach Rowan aussehen (und mir unheimlich gefallen). Aber auch die anderen sind sehr gelungen.
Dann kommt eine Strecke mit "Brit Look", also Klassiker mit Zöpfen neu interpretiert. Das ist Geschmackssache, oft sind die Zöpfe riesig und das trägt dann auf.
Und dann kommt noch meine Lieblingsstrecke: Knopfsache. Da gehts um Verschlüsse. Ich trage ja unheimlich gern Westen (gerade auch, nämlich meine Yak-Weste). Und da sind sehr schöne Ideen dabei. Leider ist mein Lieblingsmodell Mirren (Modell 46) von Martina Hees nur in kleinen Größen berechnet. Sehr, sehr schade!!
Aber andere Stücke sind dafür sehr schön und die Idee, selber schöne Knöpfe zu fertigen: Ja, die gefällt mir.

Martina Hees schriebt in ihrer Kolumne über die geringen Preise, die Strickerinnen auf Märkten für ihre Werke verlangen. Sie wünscht sich mehr Anerkennung für das selbst gefertigte und dass man es nicht unter Wert verkauft. Da ist schon was dran. Ich kaufe selber hin und wieder Socken auf dem Markt, weil ich für 9 - 12 Euro kaum die Wolle bekomme, geschwiege denn den Stundenlohn. Aber dass kaum jemand mehr zahlen würde, ist auch klar.
Manchmal gehe ich am Wollgeschäft vorbei und sehe im Fenster gestrickte Pullis oder Westen zu sehr günstigen Preisen hängen, sicher nicht mal dem Wollpreis. Das ist ein schwieriges Thema. Einerseits ist Wolle teuer, andererseits selbstgemachtes nicht viel wert. Mit den Boshis (siehe meinen letzten Eintrag) verhält es sich anders. Ca 30 Euro für eine Mütze, die man auf zwei Stunden häkelt, das finde ich ok. Aber die sind halt gerade trendy.
Selber nähen lohnt sich da mehr, da man oft günstige Stoffe bekommt und schnelle Erfolge sieht.


Boshi, Beanie oder Hatnut?

Geschrieben von Wassilissa, 28 Oktober 2012 · 356 Aufrufe
Boshi
Das erste Mal ist mir der Hype um die Mützen strickenden Jungs im August begegnet - recht spät also. Da schien die Geschichte um My Boshi schon jeder außer mir zu kennen: Zwei Skilehrer aus Franken nutzen die einsamen Nächte in Japan um das Häkeln zu lernen und starten dann zurück in Deutschland einen erfolgreichen Online-Shop, in dem sich jeder selbst seine Mütze zusammenstellen kann (sozusagen: Wenn Männer mal was handarbeiten, dann gleich im großen Stil. So, wie Männer ja auch wenn sie kochen, dann Chefkoch sind. Für das Alltagsgeschäft sind beim Häkeln wie beim Kochen die Frauen zuständig...)
Im August hatte dann eine Freundin beimn Bookcrossing-Treffen das Buch dabei und alle anwesenden Damen waren von den pfiffigen Mützen begeistert. Allerdings hörte man auch, dass die Anleitungen selbst für Viel-Handarbeiter schwierig nachzuvollziehen seien. Für mich wars eh grad nicht an der Zeit, da andere Projekte (Socken) in der Warteschleife waren.
Dann Oktober 2012: Ich gehe in Landau in der Pfalz in den Rödel um Sockenwolle zu kaufen. Dort (wie übrigens auch im heimischen Wollgeschäft) ein Riesen-Tisch mit Mützen-Büchern und geeigneten Garnen. Dort sehe ich ein anderes Buch liegen, diesmal das von Hatnut. Fünf Sportstudenten aus Tübingen gründen am Ende ihres Studiums ein Unternehmen und häkeln Mützen. Hä? Das ist doch fast die gleiche Story? Wer kopiert denn da wen?
Jedenfalls frage ich die Verkäuferin bei Rödel, wie so die Erfahrungswerte der Kunden mit diesen Büchern wären. Hatnut? MyBoshi? Was sei denn besser und beliebter? Die für die Pfalz erstaunlich unkommunikative Verkäuferin kann mir keine Auskunft geben. Das sei egal, das gehe ja eh nur immer rundrum. Ah ja. Ich nehme das Hatnut-Buch trotzdem mal mit (unter der magischen 10 Euro Grenze...)
Gut. Dann ist am Freitag bei mir der Strickclub. Meine Freundin hat Mützen zum Häkeln dabei. "Ah und oh" bei meiner Tochter und allen anwesenden Damen. Ich denke, "probierst dus doch mal". Ich nehme mir zwei Restknäuel Lang Yak, die ich zusammenlaufen lasse und lege mal los. Erst versuche ich es wie Hatnut in Stäbchen. Naja, das wird recht löchrig und locker, wie ich finde. Also nochmal aufgetrennt und wie MyBoshi mit halben Stäbchen angefangen. Auch die gefallen mir eigentlich nicht. In der Zwischenzeit habe ich bei Youtube dieses Video gefunden und finde es perfekt. So kann man es machen und so wird es mit jeder Wolle und jeder Nadelstärke. Mir leuchtet das sofort ein.
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So sieht also mein erstes Probemützchen aus.
Nun ist mir klar, wie es geht und ich kann gleich eine richtige Boshi beginnen. Wunschgemäß in Neonfarben.
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Die finde ich perfekt. Die festen Maschen halten gut und sehen auch gut aus.
Auch am Kind wunderbar:
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Das ist Schachenmayr Boston in Schwarz (2 Knäuel) und Neongrün (1 Knäuel), verhäkelt mit 7er-Haken.
Das wird sicher nicht die letzte bleiben...
Mein Fazit zu den Büchern: Als Inspirationsquelle sicher gut, ansonsten aber geben sie wenig her. Für die Zielgruppe ist das Hatnut Buch nicht schlecht, weil es sogar die Maschen erklärt. Andererseits wird dann nicht erläutert, wie man Fleece einnäht oder einen Pompon macht, was für die Zielgruppe der ungeübten Handarbeiter sicher auch wichtig wäre. Ansonsten sind die Bücher eher zu teuer oder anders herum: Für das Geld enthalten sie zu wenig, v.a. das Hatnut-Buch. Im Boshi-Buch sind wenigstens verschiedene Modelle und Arten erklärt.

Auf den Bildern sieht man übrigens, dass wir hier Schnee haben, der liegengeblieben ist, angeblich so früh das erste Mal seit 1972 (behauptet eine Bekannte) oder sogar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (sagt mein Vater). Schnee vor der Zeitumstellung? Ich kann mich nicht erinnern.


München-Venedig, Etappe 11

Geschrieben von Wassilissa, 27 Oktober 2012 · 43 Aufrufe
Alpendurchquerung
Der Blick zum Himmel am nächsten Tag zeigt: Regen. Aber wir sind ja keine Schönwetterwanderer. Auch die andere Gruppe wagt es und bricht ca. eine halbe Stunde vor uns auf. Unser Hüttenwirt telefoniert mit der Lizumer Hütte und kündigt uns an. Der Hüttenwirt dort meint, noch seien die Wege erkennbar, aber matschig. Unser Hüttenwirt erklärt uns, das wir bis zu den Melkböden problemlos auch auf einer Forststraße wandern können, erst dort geht es dann weglos aufs Naviser Jöchl. Bis dahin seien es etwa 800 Höhenmeter, die wir ohne Probleme erst mal gehen könnten und uns dann dort entscheiden, wie es aussieht. Wenn wir überm Jöchl wären, wäre der Weg auch wieder gut. Es ist also nur das Stück von den Melkböden aufs Joch problematisch.
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Also marschieren wir los. Es ist kalt und die Fjällraven Wachshosen halten nicht, was die Verkäuferin versprochen hat. Die Ponchos von Tchibo hingegen sind erstaunlich nützlich. Wir haben uns also vorgenommen, zumindest bis zu den Melkböden zu kommen. Dann müssen wir entscheiden.
Eigentlich sind wir optimistisch. Alle sind erstaunlich guter Laune und gehen den Anstieg problemlos. Das erste Mal ohne zu schwitzen!
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Nach etwa eineinhalb Stunden erkennen wir die Steinkasernalm. Dort holen wir die andere Gruppe ein. Auf der Steinkasernalm ist keine Bewirtschaftung. Wir stellen uns ein wenig unter, essen einen Müsliriegel. Die andere Gruppe möchte sich teilen, drei wollen wieder absteigen, die vierte Person möchte mit uns weitergehen. Ab 2000 Höhenmeter wird der Regen immer mehr zu Schnee. Wir steigen weiter auf bis zu den Melkböden. Das ist ein Unterstand für Tiere und nun auch für uns. Wir stellen uns hinein und essen ein wenig. Die Melkböden liegen auf 2200 Metern und hier schneit es sehr. Es hat bestimmt schon 15-20 cm Schneehöhe. Ab hier müssen wir also weglos weiter.
Mittlerweile ist es 12 Uhr. Wir vereinbaren folgendes: Wenn wir bis 13 Uhr nicht auf dem Joch sind, kehren wir um. Denn auch nach dem Joch müssen wir noch etwa 2 Stunden gehen. Und so, wie das Wetter ist, wird es ab 15 Uhr dunkel werden. Also suchen wir den Weg. Vom Joch zieht immer mehr der Nebel herunter. Wir finden die Wegmarkierungen nur sporadisch, dazischen stolpern wir eher orientierungslos herum.
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Mittlerweile ist das Naviser Joch im Nebel nicht mehr zu erkennen. Wir verlieren viel zu viel Kraft bei der Suche nach dem Weg ohne an Höhe zu gewinnen. Seit einer halben Stunde stapfen wir durch den Schnee, ohne höher zu kommen. So beschließen wir umzukehren.
In den Melkböden wärmen wir uns nochmal auf und dann steigen wir zur Voldertalhütte hinab.
Die Männer gehen etwas voran und sehen Murmeltiere aus nächster Nähe.
In der Voldertalhütte bekommen wir wieder unser altes Zimmer.

Der Rest ist schnell erzählt.
Die Überschreitung am nächsten Tag anzugehen ist weder wettertechnisch möglich noch macht es für uns Sinn. Es ist heute bereits Freitag und am Sonntag wollten wir die Wanderung sowieso beenden. Also steigen wir am nächsten Tag, dem Samstag nach Volders ab und fahren mit dem Zug nach Mayrhofen im Zillertal, wo in der Nähe unser Auto steht. In Mayrhofen schwelgen wir ein bisschen in Erinnerung an die alten Zeiten, als wir dort noch jährlich beim Skifahren waren. Dann fahren wir nach Italien, wo wir den Rest des Urlaubs verbringen. Wir fahren nochmal durch die Alpen, in denen der Schnee weit herunter reicht. Am Abend kommen wir in Grado an und am nächsten Tag liegen wir bereits am Strand. Kaum zu glauben, Freitag im Tiefschnee, Sonntag im Meer....
Aber das wäre eine neue Geschichte, von Italien...
Unsere Wanderung werden wir im nächsten Jahr weitergehen. Wir freuen uns darauf.


München-Venedig, Etappe 10

Geschrieben von Wassilissa, 26 Oktober 2012 · 44 Aufrufe
Alpendurchquerung
Am 29.8. erwachen wir im Gasthof Adler in Wattens, wo uns erst mal ein opulentes Frühstück erwartet. Dann versuchen wir den Weg ins Voldertal zu finden. Das sollte eigentlich nicht schwierig sein, aber irgendwie irren wir doch recht lange in Volders herum. Selbst zwei freundliche alte Damen und ein kerniger Herr können uns nicht so richtig erklären, wie wir einsteigen sollen. Aber irgendwann schaffen wir dden Einstieg doch und gehen lange auf Forststraßen dahin. Der Schweiß läuft uns den Rücken hinunter. Lilli fertigt während des Gehens allerhand aus Blättern, Zweigen und sonstigem Material und unterhält uns dazu mit ihrer "Bastelsendung" Bi-Ba-Bastelus. Die Stimmung ist also recht gut. Auf Baumstümpfen im Wald machen wir eine leckere Brotzeit.
Irgendwann wird auch der Weg idyllischer.
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Schon um 14.30 Uhr sind wir auf der Voldertalhütte. Die Voldertalhütte ist ein Naturfreundehaus. Sie ist von ausgesprochen netten Leuten bewirtschaftet. Unser Zimmer ist wunderbar, die Betten sind, wie Lilli sofort feststellt, frisch bezogen (nicht der Standard auf Hütten, darum hat man ja einen Hüttenschlafsack). Da wir so früh dran sind, geht sofort die Hüttenroutine los, Karten spielen, lesen, Kuchen (bzw. Strudel) essen, Kaffetrinken, Holunderschorle trinken, ins Reisetagebuch schreiben....
Mein Mann und ich gehen abends noch ein Stück in das malerische Dörfchen, das aus ca. vier Höfen besteht. Kühe und Ziegen grasen an den Wegrändern.
Aber: Ich bin trotzdem total geknickt. der angekündigte Wetterumschwung ist nun auch festzustellen.
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Schwarze Wolken ziehen über die Berge herein, über die wir morgen eigentlich drüber möchten.
Der Hüttenwirt rät uns vom Weitergehen ab, da die Schneefallgrenze sinken wird und dann nicht nur die morgige Überschreitung übers Naviser Jöchl schwierig wird, sondern auch der für den übernächsten Tag geplante Weg zum Tuxer Jochhaus nicht mehr begehbar sein wird. Es sind noch vier andere Venedigwanderer auf der Hütte. Sie wollen weitergehen. Wir stellen uns den Wecker mal für ganz früh. Und dann werden wir es morgen entscheiden, weitergehen oder absteigen.


München-Venedig, Etappe 9

Geschrieben von Wassilissa, 20 Oktober 2012 · 48 Aufrufe
Alpendurchquerung
Am 29.8. erwachen wir also auf der Lamsenjochhütte und machen erst mal richtig gut Frühstück. Ich habe ein Birchermüsli mit frischen Früchten, das so richtig lecker ist. Zunächst mal geht es runter. Heute werden wir das Karwendel hinter uns lassen und ins Inntal absteigen, morgen geht es mit einer neuen Gebirgskette los, den Tuxer Alpen. Die morgendlichen Verrichtungen sind schon Routine, Fußcreme, Kartenlesen, Sonnenschutz, um 8.45 Uhr gehts los. Und zunächst immer runter. Eine Gemsenherde, durch die wir durchgehen, erfreut uns dabei. Eine der Gemsen sieht man auf dem Foto unten stehen.
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Der Abstieg bietet nochmal spektakuläre Blicke ins Karwendel, vor uns tut sich schon das Inntal auf. Wir gehen übers Stallental an sehr steil abfallenden Kanten entlang, dann durch die Wolfsklamm mit Wasserfällen und reißendem Bach.
Um 14 Uhr sind wir ins Stans angekommen. Von dort nehmen wir den Bus nach Schwaz und den Zug nach Wattens, wo wir in einer echten Luxusherberge absteigen (Hotel Goldener Adler). Sogar unsere Wäsche wird uns gewaschen, wir können herrlich duschen, Obst einkaufen und im Ort eine hervorragende Pizza essen.
Allerdings sind wir etwas unsicher. Seit der Falkenhütte ist von einem Wettersturz die Rede, Sinken der Schneefallgrenze, usw. Wenn wir heute noch zum nächsten Ziel, der nicht wahnsinnig weit entfernten Voldertalhütte gehen würden, hätten wir einen Tag mehr. Den heutigen und morgigen Tag habe ich als Erholungstage geplant, sie sind also mit weniger Wandern gefüllt, damit wir für die nächsten beiden langen Etappen nochmal Kraft schöpfen können. Die Etappe von heute und die von morgen hätte man also evtl. auch zusammenfassen können zu einer Tour.
Aber in der Voldertalhütte erreichen wir niemanden (ich hatte die Nummer falsch notiert) und irgendwie mag doch auch jeder gern ein wenig im goldenen Adler rasten.
Abends gehen wir noch geocachen. Der Cache heißt "Himmelreich" und befindet sich in einer rekonstruierten rätischen Siedlung. Wir stehen an einer Stelle und das GPS zeigt 300 m Luftlinie an. In den Bergen kann das natürlich auch bedeuten: runter und wieder rauf. So ist es auch. Zwar hat keiner Lust, aber wir machen es dann doch. Und werden belohnt: Die Siedlung ist wunderschön.
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Wir haben ein wunderschönes Abendlicht. Die Grundmauern der 5./4. Jh. v. Chr. entstandenen Siedlung sind erhalten, die kubischen Häuser kann man sich aufgrund der Rahmen aus gerostetem Stahl gut vorstellen. Schöne, informative Tafeln beschreiben die Siedlung und ihre Bewohner. Eine 10,4 m tiefe Zisterne ist ebenfalls zu betrachten.
Auf einer vom Berg aus hinausragenden Plattform aus Stahlgitter (man darf da nicht runtersehen) hat man nochmal einen wunderbaren Blick ins Karwendel. Das sind wir alles schon gegangen.
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Über dieses Gebirge sind wir schon gekommen, von München aus über 150 km gegangen.
Wir haben einen herrlichen warmen Abend - der angekündigte Wetterumschwung ist noch nicht zu bemerken. Bis zum späten Abend kann man im T-Shirt draußen sitzen. Das war in den Bergen nicht möglich.


München-Venedig, Etappe 8

Geschrieben von Wassilissa, 19 Oktober 2012 · 35 Aufrufe
Alpendurchquerung
Am 28.7.2008 geht es von der Falkenhütte weiter. Um 9 Uhr kommen wir los. Zuerst geht es recht schattig unter den Lalider Wänden dahin, in kurzer Zeit sind wir die 850 Höhenemeter hinunter in die Eng gewandert. Die Eng ist eine Ansiedelung mit Almen, eher touristisch. Aber es gibt dort einen Bauernladen, in dem wir unsere mageren Brotzeitvorräte aufstocken können, leckeres Brot, leckerer Käse, leckere Wurst wird dort verkauft - und ein Hut für meinen Mann. Außerdem ist dort der große Ahornboden, über 2000 teilweise uralte Bergahorne stehen dort.
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Eigentlich wollten wir dann dort irgendwo mit den neuen Leckereien Brotzeit machen, aber es war recht heiß, wir waren noch munter, da vereinbarten wir noch ein wenig aufzusteigen und irgendwo weiter oben zu rasten. Das war dann doch sehr mühsam. Es hatte sicher über 30 Grad, wir schleppten uns dahin. Irgendwann kam dann doch eine Bank, sogar im Schatten. Dort war es zwar nicht besonders schön, aber da hielten wir an und aßen die leckeren Dinge aus der Engalm. Eine Spaziergängerin kam vorbei und erklärte uns, wie schön es sei, einmal so eine richtige Wanderfamilie zu treffen.
Wir gingen weiter, aber nicht allzu lange, dann kamen wir an die Binsalm. Aufgrund der knallenden Mittagshitze hielten wir dort nochmal an und tranken Holunderblütenschorle.
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Diese Liegestühle lagen zwar einladend da, aber die Sonne war so heiß, dass es im prallen Sonnenschein nur die wirklich harten aushielten. Selbst die lustigen Schweine, die hinter der Binsalm im Freien waren, lagen im kühlen Schatten.
Der anschließende Aufstieg (insgesamt 950 Höhenmeter) war sehr anstrengend und heiß. Die Ausblicke waren jedoch herrlich.
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Die Kinder wurden mit magischen Tictac bei der Stange gehalten.
Auf dem Joch angekommen wurde es wieder schattig. Nun marschierten uns die Kinder voraus. Ben war ganz weit vorn, aber auch Lilli ging hier flott vor uns.
Auf der Hütte war es relativ windig, trotz der Sonne also eher kühl draußen. Wir machten noch einen Geocache in Hüttennähe, wuschen Wäsche, spielten Karten
und aßen gutes Bergessen.


Nichts als Ärger mit den Socken

Geschrieben von Wassilissa, 19 Oktober 2012 · 40 Aufrufe
Socken
Ich war gerade am Überlegen: Soll ich eine weitere, für mich schöne, Erinnerung ans Wandern schreiben oder meinen Ärger mit der Wolle und den Socken erst loswerden? Ich habe mich nun für letzteres entschieden.
Ich habe angefangen, die "Sahara"-Socken aus "Mit 80 Socken um die Welt, dritter Teil" zu stricken. Das sind einfache Mustersocken. Ich mag natürlich fair Isle Socken viel lieber, stricke sie gern, sie gefallen mir besser, nur sind sie bei meinen Riesen-Füßen immer ein Anziehproblem, weil ich sie aufgrund der Spannfäden kaum über Rist und Ferse bekomme. Also dachte ich, ich stricke einfarbige Socken mit Muster.
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Furchtbar, oder?
So gut ich die Betonung der Rippen durch rechts verkreuzte Maschen theoretisch finde, in echt sehen sie gruselig aus. das Einstrickmuster ist auch nicht wirklich schön. Also war mein Gedanke, "weg damit" - zumal meine bestellte grüne Wolle ja schon als Päckchen auf dem Schreibtisch stand und nur noch aufs Auspacken wartete.
In meinem Bestand finden sich außer der bereits erwähnten roten Gründl nämlich nur lauter so nicht-Farben (grau, natur, braun...) und ich mag so gern grüne Socken. Im Wollgeschäft bei uns gabs keinen schönen Grünton, daher habe ich dann über Amazon bei einem Wollhändler bestellt.
Meine Idee war: Grüne Socken für mich und aus dem grünen Rest mit Natur Kleeblattsocken für Lilli.
Aber:
Das Garn im Päckchen war türkis. Eine Farbe hatte auch die richtige Nummer für grün, war also falsch aufgeklebt, die andere war auch mit der Farbnummer für Türkis gekennzeichnet. Was will ich denn mit Türkis?
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Auf dem Bild sieht man den Grünton, den ich ungefähr hätte haben wollen und dann dieses kraftvolle Türkis! Ich kanns natürlich zurückschicken und habe diesbezüglich auch mit dem Laden schon Kontakt aufgenommen, aber eigentlich ist das ja Quatsch. Ich stricke ja viel und werde das Türkis schon mal brauchen können, denn bei 9 Euro kostet ja fast das Porto mehr!
Aber grün habe ich halt jetzt wieder keines.
Und die Grauen will ich eigentlich auch nicht mehr weiterstricken.






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