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Bäuerliches Stricken (Verziehen von verschränkten Maschen)


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7 Antworten in diesem Thema

#1 ArminF

ArminF

    Semi-Profi

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Geschrieben 03.11.2005 - 11:01

Nachdem ich jetzt schon wiederholt von Leuten gehört habe, daß sie die Beschreibung, wie man verschränkten rechte Maschen verzieht/verkreuzt, in den Büchern "Bäuerliches Stricken" als sehr kompliziert finden, hab ich gedacht, setz' ich mal einen Beitrag dazu hier ins Forum der vielleicht Euch allen ein wenig weiterhelfen könnte. Vorausgesetzt es gibt auch noch ein paar andere Irre :) , die auf solche alten Trachtenmuster stehen (und selbige stricken), die aus linken und verschränkten rechten Mustern aufgebaut sind. Mir ist nämlich eine wichtige Verbesserung dazu aufgefallen.
(Für die Nichteingeweihten: es geht darum, wie man verschränkte rechte Maschen ohne Hilfsnadel verziehen kann, d.h. was vorher li-verschränkt war wird in der nächsten Reihe zu verschränkt-li)

Vielleicht fang ich einfach mal mit dem oberen Vorgang an:

Zugmasche nach links

Verschränkte und linke Masche auf die rechte Nadel heben. Mit der linken Nadel vor der linken Masche in die verschränkte Masche stechen. Rechte Nadel zurückziehen, verschränkte Masche bleibt dabei auf der linken Nadel. Linke Masche kurz auslassen und von hinten mit der rechten Nadel auffangen. Auf die linke Nadel heben. Linke Masche abstricken. Verschränkte Masche abstricken.</span>

...soweit die Beschreibung aus "Bäuerliches Stricken".

An der ich lange Zeit gescheitert und verzweifelt bin :evil: bis ich endlich auf den Trichter kam wie das ganze gemeint ist (was zur Hölle meint die Autorin mit "Masche auslassen" - ich koche saumäßig gerne und kann Speck auslassen, aber Maschen?!) Und noch etwas später hab ich 2 entscheidende Dinge daran verändert die das ganze noch besser machen (jetzt also meine Verbesserungen zu jener obigen Beschreibung, fett hervorgehoben):

Zugmasche nach links

Arbeitsfaden vor die Arbeit legen, wie beim Stricken linker Maschen. Verschränkte und linke Masche auf die rechte Nadel heben. Mit der linken Nadel vor der linken Masche von links in die verschränkte Masche stechen. Rechte Nadel aus beiden Maschen zurückziehen, verschränkte Masche bleibt dabei auf der linken Nadel. Linke Masche ist nun auf keiner Nadel und wird von der rechten Nadel unmittelbar nach dem Herausziehen derselben wieder aufgenommen (von links einstechen). NICHT auf die linke Nadel heben , sondern von der rechten Nadel die linke Masche abstricken. Verschränkte Masche abstricken.


Der Witz an der ganzen Sache ist nämlich:

1. Nach dem Verkreuzen der beiden Maschen nicht beide Maschen auf der linken Nadel zu haben, da sich dabei die beiden Maschen beim Abstricken ziemlich ins Gehege kommen, d.h. ziemlich eng nebeneinander liegen. Läßt man die eine Masche auf der rechten Nadel und strickt sie von dort ab (was nach ein wenig Übung/Nachdenken sehr schnell geht) umgeht man nämlich dieses Problem.
2. Darauf zu achten, wo man sich vor Beginn des Verkreuzens den Arbeitsfaden hinlegt. Wenn die erste der beiden abzustrickenden Maschen (so wie oben geschildert) eine linke Masche ist, sollte der Faden vor der Arbeit liegen. In allen anderen Fällen (verschränkte Maschen nach rechts verziehen bzw. verkreuzen zweier verschränkter Maschen nach links oder rechts) sollte der Faden hinter der Arbeit liegen.

Wenn man das ganze sich mal angeeignet hat, geht es wirklich deutlich schneller wie mit einer Hilfsnadel, da das ganze in einer erstaunlich flüssigen Bewegung vonstatten geht. Und plötzlich kann ich Trachtensocken in einer für meine dreißigjährigen Pfötchen erstaunlichen Geschwindigkeit stricken :D

Bearbeitet von ArminF, 19.10.2007 - 08:33.


#2 Annie

Annie

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Geschrieben 03.11.2005 - 12:05

Hi,

find ich ja klasse, die Beschreibung. Danke schön :D

Bestrickende Grüße
Annie

#3 Strickmamsel

Strickmamsel

    Semi-Profi

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Geschrieben 03.11.2005 - 13:23

Hallo ArminF,

deine Beschreibung ist super. Ich hab auch schon viele Trachtenjacken und vor allem Trachtenstrümpfe nach diesen Vorlagen gestrickt. Ich mach?s genauso wie du.

Liebe Grüsse
Ingrid

#4 Ruthy

Ruthy

    Profi

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Geschrieben 03.11.2005 - 18:37

Hallo Armin,

dann sagt hier noch eine Irre :lol: danke!!!

#5 Wollschaf

Wollschaf

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Geschrieben 22.11.2005 - 12:53

Ja auch mich hat es gepackt, nachdem ich am WE mal in den "Baeuerliches Stricken" Buechern geblaettert habe und die dann gleich mit nach Hause gewandert sind. :lol: Ausserdem sind mir farbige Ringelsocken stricken auf Dauer zu langweilig.........

Ich bin auch relativ schnell mit den Anleitungen klargekommen, hab aber mal ein paar generelle Fragen an alle "Trachtenverrueckten".

Sind bei Euch die Zoepfe auch so locker, wenn Ihr Zoepfe ohne Hilfsnadel strickt? Ich muss immer eine kleinere Nadelstaerke nehmen als gewoehnlich bzw. wenn ich das gleich Muster mit Hilfsnadel stricke. Ich ziehe die Maschen mittlerweile extra fest an, dann geht es, aber das geht auf die Dauer auf die Finger und ich bekomme bei der Rueckreihe Probleme die verschraenkten Maschen abzustricken. Hat da jemand eine Idee? Weil ohne Hilfsnadel stricken geht echt schneller.

Hat jemand von Euch schon mal Socken mit Zwickelkeil gestrickt? Mir ist nich klar wieso man den braucht, bisher hab ich immer nur einen Wadenkeil.

Welche Ferse strickt Ihr? Die Kaeppchenferse oder Bumerang? Traditioneller ist ja sicherlich die Erstere, aber ich finde die Bumerangferse sieht einfach besser aus.

Und zuletzt, was vielleicht noch niemanden aufgefallen ist oder allen ausser mir klar ist: :roll:
Wenn man MaPros oder einfach Musterstreifen strickt in Reihen strickt, dann dreht sich die Bedeutung der Zeichen um, wenn man in der Rueckreihe ist und jede Reihe gemustert werden soll, sprich das rechte Maschen-Zeichen heisst in der Rueckreihe das eine linke Masche gestrickt wird etc.

Bin weiter eifrig am Ueben! Das Wollschaf

#6 ArminF

ArminF

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Geschrieben 22.11.2005 - 13:06

hallo wollschäfchen :P

also ich finde es nicht zu locker. wobei ich jetzt nicht genau weiß ob du wirklich zöpfe meinst oder verzogene verschränkte maschen. bei letzteren find ich es eigentlich ganz angenehm wenn sie nicht ganz so stark angezogen sind weil man ansonsten in der nächsten reihe / runde beim verziehen echt probleme bekommt.

PS. hatte bis jetzt nur mal einen strumpf mit wadenkeil gestrickt (aus bäu.stricken 2, der steht relativ weit hinten, ich glaube aus der meraner gegend) - leider nicht ganz fertig, kann man auch gut in meinem stricktagebuch nachlesen... der zwickelkeil ist ich glaube im ersten oder dritten band mal recht gut erklärt, wieso und weshalb man den stricken kann...

PS2. ...ich stricke die runde ferse. schöner als die bumerangferse aber bequemer als die gerade käppchenferse. bumerangferse kommt mir nicht in die tüte bei trachtensocken :lol:

PS3. ... doch ich befürchte das ist allen außer dir klar :P nein scherz beiseite, das hast du genau richtig beobachtet.

sockige strickige grüße

armin

#7 Wollschaf

Wollschaf

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Geschrieben 22.11.2005 - 14:29

Hallo Armin,


naja, aber wenn man mehrmals hintereinander Maschen verkreuzt (also in aufeinanderfolgenden Reihen), dann entstehen ja Zoepfe. Zumindest dachte ich das immer, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
:D

Das mit dem Zwickelkeil muss ich dann wohl nochmal nachlesen, hab es bisher nur im 2. Teil gefunden, hab mich aber auch gleich auf die beiliegenden Strickschriften gestuerzt anstatt mal die Anleitung zu lesen....
:oops:

Runde Ferse, hm, hab ich noch nie ausprobiert, ist aber immerhin eine Ueberlegung wert :wink:

Dein Stricktagebuch kenn ich :), daher hab ich ja auch am WE mal das "Baeuerliche Stricken" durchgeblaettert und gleich eingesackt, die Trachtensocken aus der Schachenmayr Inspiration (werden auch Landhausmode genannt), entsprachen naemlich nicht so meiner Vorstellung. Hab also schon laenger nach vernuenftigen Anleitungen gesucht.....

Verknotete Gruesse - das Wollschaf

#8 ArminF

ArminF

    Semi-Profi

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Geschrieben 22.11.2005 - 14:43

naja, aber wenn man mehrmals hintereinander Maschen verkreuzt (also in aufeinanderfolgenden Reihen), dann entstehen ja Zoepfe. Zumindest dachte ich das immer, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren


na ja das kann man schon so sehen. sieht dann schon zopfartig aus. ich für mich bezeichne halt alles was aus mehr als 2 verkreuzten Maschen besteht als Zopf (also sprich z.b. 2x2 rechte maschen verkreuzen im abstand von 6 reihen oder so was), vor allem wenn es rechte maschen und linke maschen sind. bei verschränkten maschen sprech ich halt von verzogenen/verkreuzten maschen (immer noch besser als verzogene kinder :) ), aber das artet jetzt in ne korinthenkackerei aus und ich will ja auch nicht behaupten daß ich die definition erfunden hätte.

lauf, masche, lauf!! (oder war's forrest?!)

bestrickerte grüße

armin