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München-Venedig, Etappe 11

Geschrieben von Wassilissa, 27 Oktober 2012 · 703 Aufrufe

Alpendurchquerung
Der Blick zum Himmel am nächsten Tag zeigt: Regen. Aber wir sind ja keine Schönwetterwanderer. Auch die andere Gruppe wagt es und bricht ca. eine halbe Stunde vor uns auf. Unser Hüttenwirt telefoniert mit der Lizumer Hütte und kündigt uns an. Der Hüttenwirt dort meint, noch seien die Wege erkennbar, aber matschig. Unser Hüttenwirt erklärt uns, das wir bis zu den Melkböden problemlos auch auf einer Forststraße wandern können, erst dort geht es dann weglos aufs Naviser Jöchl. Bis dahin seien es etwa 800 Höhenmeter, die wir ohne Probleme erst mal gehen könnten und uns dann dort entscheiden, wie es aussieht. Wenn wir überm Jöchl wären, wäre der Weg auch wieder gut. Es ist also nur das Stück von den Melkböden aufs Joch problematisch.
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Also marschieren wir los. Es ist kalt und die Fjällraven Wachshosen halten nicht, was die Verkäuferin versprochen hat. Die Ponchos von Tchibo hingegen sind erstaunlich nützlich. Wir haben uns also vorgenommen, zumindest bis zu den Melkböden zu kommen. Dann müssen wir entscheiden.
Eigentlich sind wir optimistisch. Alle sind erstaunlich guter Laune und gehen den Anstieg problemlos. Das erste Mal ohne zu schwitzen!
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Nach etwa eineinhalb Stunden erkennen wir die Steinkasernalm. Dort holen wir die andere Gruppe ein. Auf der Steinkasernalm ist keine Bewirtschaftung. Wir stellen uns ein wenig unter, essen einen Müsliriegel. Die andere Gruppe möchte sich teilen, drei wollen wieder absteigen, die vierte Person möchte mit uns weitergehen. Ab 2000 Höhenmeter wird der Regen immer mehr zu Schnee. Wir steigen weiter auf bis zu den Melkböden. Das ist ein Unterstand für Tiere und nun auch für uns. Wir stellen uns hinein und essen ein wenig. Die Melkböden liegen auf 2200 Metern und hier schneit es sehr. Es hat bestimmt schon 15-20 cm Schneehöhe. Ab hier müssen wir also weglos weiter.
Mittlerweile ist es 12 Uhr. Wir vereinbaren folgendes: Wenn wir bis 13 Uhr nicht auf dem Joch sind, kehren wir um. Denn auch nach dem Joch müssen wir noch etwa 2 Stunden gehen. Und so, wie das Wetter ist, wird es ab 15 Uhr dunkel werden. Also suchen wir den Weg. Vom Joch zieht immer mehr der Nebel herunter. Wir finden die Wegmarkierungen nur sporadisch, dazischen stolpern wir eher orientierungslos herum.
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Mittlerweile ist das Naviser Joch im Nebel nicht mehr zu erkennen. Wir verlieren viel zu viel Kraft bei der Suche nach dem Weg ohne an Höhe zu gewinnen. Seit einer halben Stunde stapfen wir durch den Schnee, ohne höher zu kommen. So beschließen wir umzukehren.
In den Melkböden wärmen wir uns nochmal auf und dann steigen wir zur Voldertalhütte hinab.
Die Männer gehen etwas voran und sehen Murmeltiere aus nächster Nähe.
In der Voldertalhütte bekommen wir wieder unser altes Zimmer.

Der Rest ist schnell erzählt.
Die Überschreitung am nächsten Tag anzugehen ist weder wettertechnisch möglich noch macht es für uns Sinn. Es ist heute bereits Freitag und am Sonntag wollten wir die Wanderung sowieso beenden. Also steigen wir am nächsten Tag, dem Samstag nach Volders ab und fahren mit dem Zug nach Mayrhofen im Zillertal, wo in der Nähe unser Auto steht. In Mayrhofen schwelgen wir ein bisschen in Erinnerung an die alten Zeiten, als wir dort noch jährlich beim Skifahren waren. Dann fahren wir nach Italien, wo wir den Rest des Urlaubs verbringen. Wir fahren nochmal durch die Alpen, in denen der Schnee weit herunter reicht. Am Abend kommen wir in Grado an und am nächsten Tag liegen wir bereits am Strand. Kaum zu glauben, Freitag im Tiefschnee, Sonntag im Meer....
Aber das wäre eine neue Geschichte, von Italien...
Unsere Wanderung werden wir im nächsten Jahr weitergehen. Wir freuen uns darauf.




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