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Gedanken zum Tag

Geschrieben von Wassilissa, 15 März 2010 · 444 Aufrufe

Arctic Diamond Stole Sentimentales
Eingefügtes Bild

Zwischenstand des Arctic Diamond Stole: 2/3 sind gestrickt. Das Garn ist doch zu dick, da schöne Muster kommt nicht so gut raus und insgesamt ist er sehr warm.
Ich werde nun wieder eine kleine Pause einlegen und noch ein Spüli stricken, finde das doch ganz gut und hätte gern mehr davon. Außerdem möchte ich dann noch wenigstens eines der April- Geburtstagsgeschenke stricken.

Kennt das jemand: Manchmal ist man mitten in einer Tätigkeit, da hört man plötzlich ein Lied, sieht ein ein Bild, eine Werbung, was weiß ich und schlagartig laufen einem die Tränen runter. Mir gings heut so, als ich im Autoradio auf Bayern 2 plötzlich von Hannes Wader "Uns bleibt keine Wahl" hörte. Das hat irgendwas in mir angerührt, irgendwas losgetreten. Zu Hause habe ich mir dann noch "Der Büffel" von Hannes Wader angehört, das mache ich nur selten, denn das hat bei mir Weingarantie. Und ich bin nicht kurz vor der Regel!!
Meist bin ich froh mit meinem Weg, doch heute denke ich, es müsste eventuell noch eine andere Perspektive geben.
Denn: Diesen Hunger, diese Gier
nach Schönheit, Liebe, nach dem Leben
spür ich heute noch in mir,
ungebrochen, ungestillt.
So ist mir als Kraft gegeben,
was oft nur als Schwäche gilt.

Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass mich die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sehr betroffen machen. Das eine sind die schlimmen Geschehnisse, das hat mich schon vorher mitgenommen, weil ich auch persönlich solche Biografien kenne.
Das andere ist aber, wie die Kirche damit umgeht. Das wäre jetzt eine historische Chance, aufzubrechen und ich sehe nicht, dass es geschieht. Ich bin ja sehr eingebunden in die Kirche, gläubig, kirchliche Stipendiatin gewesen, habe mich stets intensiv und kritisch mit der Kirche auseinandergesetzt und (trotz allem) dort eine Heimat. Deshalb ist es für mich auch eine persönliche Kathastrophe, denn ich gebe der Kirche kaum noch Chancen, für mich glaubwürdig damit umzugehen. Sicher wird jeder, der der Kirche fernsteht, denken, dass mir das immer schon klar sein hätte müssen. Das ist es auch - nur kenne ich eben auf der persönlichen Ebene unserer Gemeinde, der Klöster, die ich besuche, der Exerzitiengruppen in die ich gehe oder die ich leite, ehrliche aufrichtige Auseinandersetzung, lebendigen Glauben. Deshalb ist die momentane Erschütterung meines Verhältnisses zur Kirche für mich schon essentiell, denn ich glaube nicht, dass ich (wenn sich nichts ändert) auf längere Frist wieder zur Tagesordnung meines Engagements übergehen kann.




Hallo, Wassilissa,
es zehrt tatsächlich, wenn man sich mit den Ereignissen näher befasst. Von meiner Schwiegerfamilie waren drei Mitglieder bei der Kirche angestellt. Und religiöses Leben wird im Alltag praktiziert. Jedoch sagen alle übereinstimmend, dass es große Unterschiede zwischen der Amtskirche und dem Kirchengemeindeleben gebe. Würden sie lediglich die Äußerungen und Handlungen der Amtskirche kennen, wären sie längst alle vom Glauben abgefallen. Am Nachfolger ihres obersten Dienstherren der Diözese haben sie auch einiges auszusetzen.
Das spiegelt deine Aussagen wider. Meine Schwiegerfamilie schaffte jahrzehntelang den Spagat zwischen praktiziertem Glauben und dem Wissen um die Defizite der Amtskirche und ihrer Vertreter.
Ich bewundere ihr Engagement und ihre Fähigkeit zur Distanz.
Ich kann mir vorstellen, wie dich das aufreibt und wundere mich nicht, dass du dich angegriffen fühlst.
Vielleicht ist deine Stimmung auch die Sehnsucht nach Frühling und seinem Erneuerungsprozess.
Beste Grüße
Michaela
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