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Im Kino

Geschrieben von Wassilissa, 29 Dezember 2011 · 383 Aufrufe

Leben Filme
Ich war in den Ferien jetzt schon dreimal im Kino, öfter als im ganzen restlichen Jahr 2011!

Gestern waren wir in Le Havre. Der Film wurde uns von Freunden derartig empfohlen, dass wir einfach gehen mussten. Denn ansonsten wäre ich nicht unbedingt freiwillig in einenm Kaurismäki-Film gegangen. Ich fand Kaurismäki-Filme immer handlungsarm, langatmig und trist. Jedoch weit gefehlt! Diesem Drama um einen afrikanischen Flüchtlingsjungen fehlt es nicht an Spannung und bei aller Absurdität, die man bei diesem Regisseur einfach vermutet, ist der Film sehr menschlich, sehr schön.
Ein afrikanischer Flüchtlingsjunge wird in Le Havre von einem alten Schuhputzer aufgenommen, der ihm weiterhilft. Sehr eindrucksvoll sind die Bilder von Armut und Würde, die Gesichter und Menschen. Ich glaube man darf veraten, dass der Film gut ausgeht. Doch genau dieses kitschige Ende gibt aus meiner Sicht dem Film seinen Twist. Denn so unwahrscheinlich es ist, dass die todkranke Frau des Schuhputzers schlagartig gesundet, so unwahrscheinlich ist auch das ganze restliche Ende der Geschichte. Viel wahrscheinlicher ist doch das, was den meisten Flüchtlingen passiert, keine Hilfe, Abschiebung, Armut und Leid, oft auch der Tod.

Eine ganz ähnliche Geschichte, nämlich durch die Hilfe die man einem Kind angedeihen lässt, sich selbst zu helfen, erzählt der Film Dreiviertelmond.
Von den Filmen, die ich in letzter Zeit gesehen habe, ist das mein Favorit. Der Taxifahrer Hartmut ist am Ende, seine Frau hat ihn verlassen, will die Scheidung, er vereinsamt mehr und mehr. Da kommt zufällig das türkische Mädchen Hyat in sein Taxi, ist ganz alleine, kann kein Wort Deutsch, braucht seine Hilfe. Das Thema könnte ganz leicht kitschig werden. Doch der Film schafft es, einfach eine kleine Geschichte zu erzählen, die der grandiose Elmar Wepper von Anfang an trägt. Auch die anderen Schauspieler, v.a. das Mädchen, sind super. Wepper aber spielt diesen Film so großartig, dass man mit ihm leidet, verzweifelt und weint. Und sich freut, denn: "Hyat heißt Leben". Mein Kinohit 2011.

Mit meiner Freundin war ich am Montag in RubbeldieKatz. Diese Verwechslungskomödie, in der Matthias Schweighöfer als erfolgloser Schauspieler in Frauenkleidern eine Hollywood-Rolle ergattert und sich in seine Filmpartnerin verliebt, ist auf jeden Fall lustig. Schweighöfer spielt den Alex/ die Alex erstaunlich gut. Zum Glück ist es ein Detlef Buck-Film und keiner von Till Schweiger, was man bei Thema und Drehbuchautorin auch vermuten hätte können. So gelingen ein paar gute Gags, die Brüder-WG ist witzig, die Satire auf den Hollywood-Betrieb gefällig.
Trotzdem ist der Film für Buck eher schwach, sehr mainstream, kassentauglich eben. Und außerdem ist der Film auch frauenfeindlich: Die Frauen sind samt und sonders dumme Kleiderständer, einschließlich der schönen Hauptdarstellerin. Die einzige Frau, die Klartext redet, frech und klug ist, ist - ein Mann.
Beispiel (das ich allerdings auch lustig fand): Die Filmcrew einschließlich Hitler-Darsteller (gedreht wird natürlich ein Nazifilm) geht abends noch in einen Club. Auf der Toilette unterhalten sich zwei Mädels: "Der erinnert mich unheimlich an den deutschen Politiker mit dem Bärtchen, ich komm gerade nicht auf den Namen".

Also, das war meine Kinowoche. Heute gibts einen Leseabend (bin immer noch bei "Die Zwerge" von Markus Heitz...).




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