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Handymonster

Geschrieben von Wassilissa, 28 Januar 2012 · 624 Aufrufe

Handytasche
Mein Sohn hat ein neues Handy bekommen. Ich darf nun sein altes auftragen und muss mir nun keine Kommentare zu meinem uralten Nokia-Handy mehr anhören. Kostproben: "Das ist Größe, wenn man so ein Handy vor sich hinlegt" (Ein Kollege im Restaurant), "Mit dem kann man ja telefonieren" (Ein anderer Kollege), "Kannst du dir in deiner Position kein anderes Handy leisten?" (Ein Freund, der mir das bei einem Handlballspiel auf der Tribüne vergessene Handy nachtrug). Dieses alte Handy kam jedenfalls nie weg. Ich habe es beim Skifahren verloren - es wurde mir nachgeschickt. Mit Iphone oder so wäre das doch nie passiert!
Auf jeden Fall hat jetzt zumindest die nächste Generation bei mir Einzug gehalten, noch nicht smart, aber smarter. Und schon verzweifle ich an all den Funktionen.
Und da das neue Handy meines Sohnes nicht mehr in die alte Handytasche passt, musste eine neue her. Das Handymonster war grundsätzlich wieder gewünscht, aber in einer anderen Farbe und ohne Flügel, da die zu sehr auftragen. Das Monster bekam nun meine liebe Nichte.
Und ich habe aus einem grünen Timona-Rest ein neues Handymonster gehäkelt:
Eingefügtes Bild
Das weiße in den Augen ist aus dem verfilzten Wollpulli geschnitten. Der wird nun anderen Verwendungen zugeführt.

Und alles, was mir grundsätzlich zu der Tatsache einfiele, dass Kinder teurere und komfortablere Handys besitzen, als ihre Eltern, die die Dinger wenigstens benötigen könnten, hat Harald Martenstein schon längst geschrieben, nämlich hier.

Unter anderem den denkwürdigen Absatz:
"Ich ging zum Schulhof. In den Pausen ziehen alle Zwölfjährigen silberne Handys aus den Taschen, klappen sie auf, denn es sind alles aufklappbare, zeigen einander die Displays, führen Klingelgeräusche vor oder rezitieren mit der Inbrunst frisch Verliebter aus der Gebrauchsanweisung. Sie telefonieren mit den Handys nicht. Wozu auch? Zwölfjährige aus bürgerlichen Verhältnissen haben relativ wenig zu telefonieren, sie führen keine Wochenendbeziehung, sie betreiben kein Networking, sie brauchen nicht mal den ADAC-Pannendienst. Andererseits: Eine Rolex trägt man nicht, weil man auf die Uhrzeit neugierig ist. Mit Handys verhält es sich genauso. Handys sind das Präpubertierendenstatussymbol Nummer eins."




Hallo Astrid,

so eine Handy-Monster-Verkleidung habe ich noch als Geschenk für eine Freundin auf der langen Liste.

Der Artikel ist so köstlich. Danke für den Link.

LG, Inge
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tröste dich ich schlepp auch noch ein uralthandy mit mir rum.... für mich ist das ein reines notfallgerät, mal anrufen können wenn man z.b. hilfe braucht ect.
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Man muss nur ein paar Jahr warten, dann ist das praktisch ein "Oldtimer"! Aber die Handytasche ist super!

LG,

Birgit
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Ich besitze auch ein Handy mit Vertrag. Und weil ich einen sehr sehr günstigen uralten Basistarif habe, meine Nummer immer behalten möchte, bekomme ich alle zwei Jahre für meine Vertragsverlängerung ein neues Handy. Mein jeweiliges Vorgängermodell trägt mein Mann auf. Weil er nur ein Kartenhandy hat, für alle Fälle, beim Motoradfahren oder so. Und weil ich ja nun nicht gerade das allerneuste schickste Handy für umsonst bekomme, habe ich seit dem letzten Jahr ein "Rentnerhandy", OT mein Sohn.
Ich kann damit telefonieren, simsen und wenn ich will auch fotografieren.
Mehr will ich eigentlich auch nicht!
LG,
Sabine
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