Zum Inhalt wechseln


Foto

Noveda Einführung


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
10 Antworten in diesem Thema

#1 luobo

luobo

    Gerade reingestolpert

  • Mitglieder
  • 4 Beiträge

Geschrieben 28.10.2009 - 21:11

Vor einiger Zeit erstand ich mir eine alte Strickmaschine: eine Noveda.

Als Erstes habe ich sämtliche Nadeln aus dem Bett geholt, das Bett gereinigt, die Nadeln geölt, den Schlitten ebenfalls geölt. Der war recht schwergängig, nachdem ich die Schienen, und alle Laufflächen ebenfalls geölt hatte, lief der Schlitten butterweich. Ein erstes Stück habe ich auch gestrickt, das ging ja ganz gut. Nur die Feinheiten muß ich jetzt herausfinden.

Die Maschine scheint recht gut zu sein, nur, schätze ich, hat sie sich gegen die Lobby der großen in der Vergangenheit nicht durchsetzen können. So kann man zum Beispiel die Nadelbetten gegeneinander versetzen. Ich denke, daß man diese Maschine dadurch auch als Feinstrickmaschine einsetzen kann. Wozu ist sonst das Versetzen der Nadelbetten gut?

Leider habe ich keine Bedienungsanleitung. Allerdings habe ich schon einige Erfahrungen gesammelt:
Stricken rechts und links abwechselnd geht. Aber wie zum Beispiel wechselt man von 1rechts - 1links auf nur linke Maschen?

Der Schlitten hat drei Stellknöpfe, zwei mit Zahlen, der mittlere hat 5 Positionen mit Buchstaben. Die mit Zahlen sind sicher zum Einstellen der Maschengröße, aber warum zwei Knöpfe? Kann man damit die Maschengröße für die Vor- und Rückbewegung des Schlittens separat einstellen? Ist das bei modernen Maschinen auch so?
Der mittlere Knopf hat 5 Stellungen: R ; N ; P ; DP ; A . In Stellung N habe ich ein Probestück gestrickt, was machen die übrigen Positionen?

Für Hinweise bin ich sehr dankbar, eventuell ein Hinweis, wie ich ein Anleitungsheft bekommen kann. In diesem Forum wurde vor einigen Jahren die Übersendung eines Anleitungsheftes per E-Mail erwähnt. Ebenso bin ich dankbar über Hinweise für Literatur zur Eiführung in die Strickmaschine.

Viele Grüße

Wolfgang

#2 Annie

Annie

    Specialist

  • Root Admin
  • 2.750 Beiträge

Geschrieben 28.10.2009 - 23:00

Hey,

Bedienungsanleitungen per Mail geht nur, wenn diese frei verfügbar sind, wie teilweise die englischen Anleitungen bei Brother. Alles andere verstößt gegen das Copyright.

Um von 1 re 1 li auf nur rechts oder links zu wechseln hängt man die Maschen einfach auf ein Nadelbett.

Versetzen braucht man für Versatzmuster. Damit kann man nette Effekte erzielen.

Für alles andere müsste man den Schlitten wohl mal sehen und ausprobieren. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Stellung für Patent/Halbpatent ist, eine wird wohl der Nadelrückholer sein. Ist aber pure Vermutung.

Bestrickende Grüße
Annie

#3 karinsocke

karinsocke

    Profi

  • Mitglieder
  • 338 Beiträge

Geschrieben 29.10.2009 - 07:01

R ; N ; P ; DP ; A

Ich rate mal:

R = Rundstricken
N = Norweger
P = Patent
DP = ??? Doppelpatent? Vollpatent? Dann evtl. P Halpatent?
A = Ajour (Lochmuster)

Wie gesagt, ist nur geraten, habe so eine Maschine noch nie gesehen.

Liebe Grüße
Karin

#4 Hummelbrummel

Hummelbrummel

    Profi

  • Mitglieder
  • 194 Beiträge

Geschrieben 29.10.2009 - 15:56

Hallo Wolfgang,

auch ich habe eine alte Doppelbettmaschine (Gilgen). Bei mir heißen die Musterradstellungen so:

N = Normal
P = Patent
R= Rund
DP habe ich noch nicht herausgefunden und steht auch nicht in meiner Bedienungsanleitung, habe ich aber auch.
A heißt, dass der Schlitten über die Nadeln fährt, ohne dass dabei etwas passiert, also ohne zu Stricken. Ist manchmal ganz praktisch, wenn was klemmt, oder man nach dem Rundenstricken vergessen hat, etwas umzustellen.

Dann gibts bei mir noch einen Knopf, mit dem man einstellen kann, ob beim Vorbeifahren mit dem Schlitten die Nadeln, die in Ruhestellung sind, dort auch bleiben, oder ob der Schlitten sie wieder herunterholt und mitstrickt. (Praktisch etwa bei Verkürzten Reihen). Es könnte sein, dass du zwei solche Hebel/Knöpfe hast, für jede Strickrichtung einen. Dass lässt sich leicht ausprobieren, indem man sozusagen im Trockenkurs mit dem Schlitten darüber fährt.

Die Drehknöpfe mit den Zahlen sind für die Maschenweite, es gibt auf jedem Schlitten 2, nämlich für jede Richtung, in die der Schlitten fährt.
Je höher die zahl, desto grober die Masche, die dabei entsteht.

Dass man die Nadelbetten versetzten kann, hilft einem, wenn sich die Nadeln vom vorderen und hinteren Nadelbett verklemmt haben, weil amn zum Beispiel aus versehen gegenüberliegende Nadeln in Arbeitsstellung hat und dann mit dem Schlitten in N-Stellung drüber gefahren ist. Dann kann man die nadeln auseinanderrücken, indem man die Betten versetzt. Außerdem kann man damit viele Muster machen (indem man die Maschen "vertauscht", habe ich aber noch nicht so richtig ausprobiert.)

Hast ne PN von mir, Gruß, Hummelbrummel

#5 Hummelbrummel

Hummelbrummel

    Profi

  • Mitglieder
  • 194 Beiträge

Geschrieben 29.10.2009 - 19:21

Hallo Wolfgang,

nochmal ich:
Gerade habe ich gesehen, dass bei Ebay eine Noveda eingestellt ist. Da konnte ich die Fotos begutachten:
Es ist genau die gleiche, wie meine "Otto Gilgen Euro 2000." Übrigens wurde die gleiche Maschine auch unter dem Namen "Strigo" verkauft, wenn ich das richtig sehe.

Bis jetzt habe ich erst Socken darauf gestrickt und mal ein Wollhöschen für mein Töchterchen. Ein bisschen kann ich Dir vielleicht helfen, wenn Du konkrete Fragen hast.

Viele Grüße, Hummelbrummel

Bearbeitet von Hummelbrummel, 31.10.2009 - 10:33.


#6 luobo

luobo

    Gerade reingestolpert

  • Mitglieder
  • 4 Beiträge

Geschrieben 03.11.2009 - 13:24

Toll,

vielen, vielen Dank für die vielen Antworten. Inzwischen habe ich Einblick in eine Anleitung bekommen. Auch dafür vielen Dank!

Vielen Dank auch für die Aufklärung bezüglich der Knopfstellungen. DP heißt tatsächlich Doppel-Patent, wird aber nur einmal im Anleitungsheft erwähnt.

Hummelbrummel: Richtig, die Strickmaschinen von Gilgen sind identisch mit Strigo, oder Noveda. Ich habe jetzt eine zweite, ohne Zubehör, als Ersatzteilspender. Der Schlitten sieht gleich aus, nur die Beschriftung auf dem Stellknopf ist anders. Ist wohl ein anderes Baujahr.

nach ein Bißchen Probieren habe ich mich daran gemacht, Socken zu stricken. Es ist erstaunlich, wieviel man falsch machen kann!

Ich bin nach der Anleitung im Heft vorgegengen. Nach dem Stricken des Bündchens (1links - 1 rechts) bin ich aber gescheitert.
Zunächst das Umlegen sämtlicher Maschen habe ich nach einer Weile ganz gut hinbekommen: Die zwei Betten geringfügig gegeneinander versetzen, sodaß die Nadeln beider Betten ganz knapp aneinander vorbeigehen. Dann jeweils von einer Nadel die Masche direkt auf die gegenüberliegende gelegt. Danach heißt es, daß ein Viertel der Maschen wieder gelöst werden soll. Ich habe den gleichen Effekt erzielt, indem ich eine Reihe strickte, und ein Vieltel der Nadeln in Ruhestellung (ganz herausgeschoben) brachte. Der gleiche Effekt mit viel weniger Gefummel.

Dann aber muß die Hälfte der Maschen (rechts und links je ein Viertel) wieder auf das gegenüberliegende Bett gelegt werden, um einen Ring (oder Schlauch) zu bilden. Das ging jedenfalls nicht, solange der Kamm eingehängt war. Mit dem 16er Deckerkamm die Maschen aufgenommen, ließ sich in dem Schlitz zwischen den Kämmen das Gestricke kaum verdrehen,

Anschließed, nach dem Aushängen des Kammes (mit Gewicht) wollte aber das Stricken nicht mehr so recht klappen. Die kleinen Seitengewichte eingehängt, hat nicht genug Zug produziert, es ist ein ziemliches Gewurschtel entstanden. Beim Stricken der Ferse genauso: in der Mitte wird das Gestricke sehr locker, auch wenn der Rand gut gespannt ist.

Vielleicht habe ich nur die Anleitung falsch verstanden ...

Jedenfalls ist das Maschinenstricken eine interessante Sache, meine Frau möchte sich auch darin probieren.

Viele Grüße

Wolfgang

#7 Annie

Annie

    Specialist

  • Root Admin
  • 2.750 Beiträge

Geschrieben 03.11.2009 - 13:27

Hallo Wolfgang,

das hört sich an, als ob die Sockenanleitung so ähnlich ist wie die, die ich mal geschrieben hab. Vielleicht hilft es dir ja weiter, wenn du da mal noch ein Auge reinwirfst.

Weiterhin viel Erfolg und Spaß
Annie

#8 Hummelbrummel

Hummelbrummel

    Profi

  • Mitglieder
  • 194 Beiträge

Geschrieben 04.11.2009 - 11:04

Hallo Wolfgang,

mittlerweile bin ich in die Sockengroßproduktion gegangen und habe meinen Sohn 6 Paar (12 Stück) gleiche gestrickt, das ist sehr praktisch beim Waschen.
Mittlerweile brauche ich für einen Socken ohne Bündchen ca 30 Minuten und finde es sehr komfortabel auf dieser Maschine, also: nur Mut, das wird schon.

Allerdings habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht, wie Du.
So habe ich sie gelöst:

Auf die Idee mit den Nadeln in Ruhestellung statt auftrennen kam ich auch.

Zum Bündchen stricken:

Wenn man den Kamm einmal rausgezogen hat, bekommt man ihn nicht mehr rein, ich jedenfalls nicht. Das mit den Gewichten haut dann gar nicht mehr hin.
Dem kann man begegnen, indem man entweder das Bündchen sehr lang strickt oder vor dem Bündchen ein langes Stück mit Kontrastwolle oder beides.
Je mehr Gestrick schon unten dran hängt, auf desto mehr Fläche verteilt sich dann die Diagonale, die beim Umhängen entsteht. Also der Kamm bleibt in der Ausgangsaufhängung drin.
Nach dem Umhängen habe ich dann hinten glich ein Plattengewicht in die Mitte dazugehängt.

Das habe ich genau einmal probiert, und es hat gut fuktioniert, wenn man bei der Ferse manches beachtet, dazu später.

Dann ist mir eingefallen, dass ich eine recht flinke Handstrickerin bin und das Bündchen stricken und Umhängen eine zeitaufwendiges und fehlerträchtiges Gefiesel ist und ich das Bündchen in der Zeit, die es auf der Maschine braucht, leicht von Hand dran gestrickt habe. Deshalb beginne ich den Socken beim Rohr oder Schaft. Da ist das Gewicht immer optimal verteilt und es geht ganz schnell:

Netzanschlag über 16 Nadeln vorne und hinten auf Lücke mit Kontrastgarn. Kamm rein, dann Musterwähler beide auf R, dazwischneliegende 16 Nadeln auf beiden Betten hoch und einige Runden stricken. Dann Originalgarn für Socken verwenden und den Schaft stricken. Vorher wickle ich Wolle für das Handstrickbündchen ab, dann mus ich am Schluss nicht 2 Fäden mehr vernähen.
Aber das nur am Rande, vermutlich möchtest Du die Bündchen nicht von Hand anstricken.

Die Ferse:

Schlitten steht rechts, Seitengewichte hängen in den Seiten.
Vorderen Musterwähler auf A, hinteren auf N. Hinten die rechteste Nadel ganz hoch (Ruhestellung, Nadelrückholhebel am Schlitten auf A)
Schlitten fährt nach links.
Vorderen vom hinteren Schlitten trennen und die beiden Nadelbetten ein wenig auseinander rücken, feststellen.

Dann habe ich ein Zusatzgewicht von einer anderen Maschine, ein flaches weißes Teil, etwa 5 cm breit mit einem Loch unten drin und Zähnchen oben dran. Das hänge ich von hinten unten (also von außen) in die spätere Fersenmitte und noch ein anderes zusätzliches Gewicht (ebenfalls von einer anderen Maschine, vergleichbar "unseren" Seitengewichten) unten in diese Platte.

Wenn Du so ein Plattengewicht nicht hast, kannst Du Dir vielleicht mit einer alten Gabel helfen: Zinken oben umbiegen, unten Loch reinbohren und irgendetwas schweres dranhängen. Die Idee habe ich auch einmal irgendwo in einem Forum gelesen, evtl eist eine Gabel etwas schmal und Du brauchst zwei davon, das müsste man dann ausprobieren.

Die Seitengewichte kommen in das hintere Gestrick, etwa eine Reihe unter die aktuelle Reihe etwa in die 2 Masche von außen.

Linkeste Nadel hoch, Schlitten fährt nach rechts.

So geht es dann immer hin und her, immer auf der Schlittenseite eine Nadel hoch, bis der Schlitten links steht, rechts 11 Nadeln oben und links 10 Nadeln oben sind.

Bis dahin müssen die Seitengewichte ständig umgehängt werden, mindestens jede dritte Reihe, und zwar hänge ich sie von hinten außen in den "neuralgischen Punkt", also dahin, wo die Nadeln demnächst hochgeschoben werden. Die Spitze des Gewichthakens wird 3-4 Maschen weiter innen wieder nach außen gestochen, damit das Gewicht vernünftig hängt.
Wenn man die Machen anschaut, sieht man eigentlich schon, wann das Umhängen nötig ist, nämlich wenn die Maschen anfangen, auf der Nadel nach oben zu rutschen.
Nach Gefühl kann man auch mal das Plattengewicht höher hängen, dabei muss man das Gestrick von unten gut festhalten, dass es nicht abhaut.


So. Nun gehts bei der Ferse wieder rückwärts. An dieser Stelle hänge ich das Plattengewicht immer nach oben in die Mitte der Ferse.
Die noch fehlende linke Nadel auf der Schlittenseite kommt nach oben, die erste der oberen Nadeln auf der anderen Seite wird wieder runtergeschoben. Dann fährt der Schlitten nach rechts.
So gehts weiter, immer die Nadel auf der schlittenabgewandten Seite runter und rüberfahren, dabei die Seitengewichte mindestens alle drei Reihen in den neuralgischen Punkt umhängen und dabei den Haken "waagerecht" im Gestrick verankern.

So lange, bis der Schlitten rechts steht und links nur noch eine Nadel oben ist.

Dann werden die Seitengewichte noch einmal ordentlich in die hinteren Seiten gehängt und die Nadelbetten wieder zusammengeschoben und fixiert. Vom vorderen Nadelbett schiebe ich sie rechteste Nadel hoch und stricke eine Masche mit dem Arbeitsfaden von Hand ab, Nadel wieder runter. Dann kommt auf der linken Seite die letzte Nadel runter und der Schlitten fährt rüber.

Die beiden Schlitten werden wieder miteinander verbunden und auf R gestellt. Die Ferse ist geschafft und der Fuß beginnt wie üblich in Runden.....

Ich hoffe, Du wirst schlau draus.

Hat der link eigentlich funktioniert? Täte mich nämlich interessieren, ob das geht.

Viele Grüße; Hummelbrummel

#9 luobo

luobo

    Gerade reingestolpert

  • Mitglieder
  • 4 Beiträge

Geschrieben 04.11.2009 - 20:13

hallo Hummelbrummel,

vielen Dank für Deine Ausführungen.

Ich sehe, es ist tatsächlich die Spannung am Gestricke, welches verhindert, daß Maschen nicht gestrickt werden, oder gar herunterfallen. Ich habe gerade bei Ebay Krallenplatten erstanden, die werden in einigen Tagen wohl da sein, da kann ich meine Erfahrungn dann vertiefen. Meine Idee ist es, Strümpfe für Kniebundhosen selbst zu machen. Ds ist ja wie Socken nur mit einem längeren Schaft.

Mit viel Mühe und Rumbasteln habe ich mal einen Socken nach Anleitung gestrickt, es sieht wirklich aus, wie eine Socke! Nur hat das Ding viele Löcher und Strickfehler.

Beim Umhängen der Maschen habe ich rumprobiert: es muß doch eine einfachere und schnellere Lösung geben. Wenn ich die Maschen auf einen Deckerkamm lege, und dann unter dem Deckerkamm die Nadeln des anderen Bettes von hinten in die Maschen einführe, kann ich anschließend den Deckerkamm herausziehen, und die Maschen sind umgehängt. Das geht jedenfalls schneller, als jede Masche einzeln umzuhängen. Mit Handstricken bin ich nicht so fix, da mache ich das Bündchen lieber mit der Maschine!

Irgendwo habe ich gelesen, daß eine Strickerin nach dem Anschlag einen nylonfaden einstrickt. der kann abschließend sehr leicht aus dem Gestricke herausgezogen werden, und man erhält auch einen recht sauberen Anschlag. Ich habe es mit Angelschnur probiert, aber die ist etwas zu störrig.

Habe ich richtig verstanden: Du machst gleich den Anschlag fürs Rundstricken? Das heißt, auf dem vorderen und hinteren Bett je einen Anschlag ? Ich habe mich versucht, nur fürs Rechtsstricken auf einem Bett einen Anschlag zu machen, das ging aber nicht so recht. Ebenso versuchsweise einen Anschlag für 2 links - 2 rechts. Da hatte ich bisher keinen Erfolg.

Der Link hat übrigens gut funktioniert. Gibts dort noch andere interessante Informationen?

Übrigens: was passiert eigentlich beim Patentstricken? Vom Muster 2r - 2l beide Stellknöpfe auf P gestellt, ergibt das ein interessantes Muster. Einmal einseitig auf Doppelpatent gestellt, hat sich viel Wolle auf der Nadel gesammelt. Anschließend auf N weitergestrickt, gab es einige dichtere Stellen im Gestricke, aber es gab keine Strickfehler. Die Maschine hat das gutmütig weggesteckt.

Viele Grüße

Wolfgang

#10 Hummelbrummel

Hummelbrummel

    Profi

  • Mitglieder
  • 194 Beiträge

Geschrieben 04.11.2009 - 20:30

Hallo Wolfgang,

nur ganz kurz, habe gerade recht wenig Zeit:

Als Nylonschnur nehme ich manchmal Drachenschnur (vom Drachensteigen lassen). Ist nicht optimal, aber vielleicht besser als Angelschnur.
Mit der Nylonschnur geht das so: Erst strickt man mit Kontrastgarn, dann eine Reihe (oder Runde) Nylonschnur, und dann die echte Wolle. Wenn man am Schluss den Nylonfaden rauszieht, dann fallen Kontrast-Stück und ernsthaftes Gestrick auseinander.
Mach ich auch teilweise, wenn ich die Kontrastwolle bei den Socken abtrenne, aber eigentlich ist es nicht sehr viel mehr Aufwand, das Kontraststück selbst abzutrennen.

Einen sauberen Anschlag erhält man dadurch nicht automatisch. Das kommt darauf an, wie man weitermacht.

Beispiel: Du schlägst 1r1l an, ganz normal und strickst ein paar Reihen. Dann strickst Du eine Reihe Nylonfaden, dann schfrickst Du einfach 1r1l weiter.
Wenn Du am Schluss den Faden ziehst, ist Dein Gestrick unten offen,d.h., du kannst es von unten auftrennen. Um das zu verhindern, musst du irgendwelche Tricks Anwenden. z.B. wie unten beim Churchy-Anschlag, siehe Link)
Oder - wenn du nur Rechtsgestrick hast - hängst du die offenen Maschen auf die Nadeln (am besten, so lange noch die Kontrastwolle und die Gewichte dranhängen, und strickst dann drüber, dann werden sie miteinander verbunden. Das gibt einen ordentlichen Abschluss für einen Pullover, allerdings sollte die Maschenweite für den Saum etwas kleiner gewählt sein, als für die glatte Fläche.

Die Variante mit dem Deckerkamm über den Nadeln vom anderen Bett habe ich auch schon probiert. Allerdings besitze ich keinen 16er, sondern nur einen 40er und da hängen einzelne Maschen manchmal nicht ganz gerade drunter und wenn mir nur eine einzige beim Umhängen abhaut, dann finde ich das Gefiesel zum wieder Hochholen so gemein, dass ich lieber noch mal von vorne anfange. Das Ganze dauert dann so lange, dass ich das Bündchen lieber von Hand anstricke, aber ist schon klar, das ist mein persönliches Vergnügen.

Einen Anschlag zum Rechtsstricken (auf einen Bett) habe ich auf dieser Maschine trotz elendem und ausgiebigem Herumprobieren noch nicht hingekriegt. (Da kollidieren Nadeln und Kamm in recht ungesunder Weise und die Anleitung ist besch...) Wenns unbedingt sein muss, schlage ich mit Kontrastwolle 1 r 1 l an und hänge dann für die richtige Wolle alle Nadeln aufs hintere Bett zum Rechtsstricken um (nicht vergessen: Extrabügel an den Schlitten schrauben) Allerdings habe ich in dem Fall, in dem ich das gebraucht habe, einen Tunnel gebraucht, so dass ich die offenen Maschen von unten dann 19 Reihen später nach oben gehängt hatte und so einen ordentlichen Abschluss, wie ein Saum bei einem gekauften Pullover.



So, gerade kommen meine Leute und haben Hunger. Später mehr.
Zum Anschlag schau mal da:
Churchy Anschlag

(So, jetzt sollte der Link funktionieren)

Interessant vielleicht auch dieser, den ich allerdings selbst noch nicht probiert habe:
Wickelanschlag am Ddoppelbett

Zum Anschlag 2r 2l steht in meiner Gilgen- Anleitung drin, dass das nicht geht.
Man müsste, wenn man das für Strümpfe will, 1r1l mit Kontrast anschlagen, und dann jeweils die Maschen so vom hinteren auf das vordere und vom vorderen auf das hintere Bett hängen, dass abwechselnd zwei vorne und zwei hinten hängen.

In einer anderen Anleitung hab ich so was mal gesehen. Da gibt es hinten so ein paar maschinengechriebene Extra-Seiten, da wird so das beschrieben und funktioniert durch den Versatz der Betten gegeneinander. Schau mal nach! Habe ich noch nicht probiert.

Was dan Anschlag fürs Rundstricken betrifft: Naja, so gesehen mache ich den schon gleich, aber das Gestrick ist unten nicht offen, denn da muss ja der Kamm Halt finden, sonst wirken die Gewichte nicht. Wenn ich dann ganz am Schluss das Kontrastgarn entferne, habe ich sozusagen einen Schlauch, der auf beiden Seiten offen ist.

Wenn ich allerdings den fertigen Socken von der Maschine nehme, habe ich vorne die Spitze und hinten, am Anfang, ist er zunächst auch zu. Dann nehme ich die Maschen an der Stelle, wo sich die Garne treffen, auf die Handstricknadeln und trenne die überflüssige Wolle ab. Dann ist er auch offen.

Probiers einfach aus: Nadeln versetzt hoch, MW überall auf 1, Muster N -- einmal Schlitten rüber. Kamm und Gewicht rein, beide Schlitten auf R, dazwischenliegende Nadeln hoch, so dass sie sich genau gegenüberstehen und mit R in Runden stricken.
Wo ich das schrieb fällt mir ein, dass ich auch mal versuchen konnte, glich alle Nadeln hochzufahren und die Betten für den Anschlag zu versetzen...

Zum Patentstricken: das gehört zu den Mustern, die man auf der Grundlage 1r 1l strickt.
In einer Reihe werden alle Maschen gestrickt, in der nächsten wird der Faden nur über die Nadel gelegt und in der übernächsten wieder mit der drunterliegenden Masche zusammen abgestrickt. Das ist ein sehr weit verbreitetes Muster für gekaufte Herrenpullover.
Wenn Du nur hinten auf P stellst und vorne auf N lässt, entsteht das sogenannte Halbpatent. Ist auch ganz nett.
Doppelpatent weiß ich nicht, vielleicht fängt die Nadel da zwei Fäden und strickt erst in der dritten Reihe wieder?

Was Kniestrümpfe betrifft: Habe ich noch nie gestrickt, auch nicht von Hand, aber schon einiges darüber gelesen, schien mir immer etwas kompliziert, weil die Wade ja noch oben dicker wird, und man da Maschen zunehmen muss. Einfach gerade hoch stricken gibt vermutlich keinen guten Tragekomfort.

So, genug für heute. Das war jetzt alles etwas verworren, auch weil in mehreren Etappen geschrieben. Ist sonst nicht so mein Art, muss aber dringend zum Matratzenhorchdienst.
Wennst was nicht verstehst: Einfach nochmal fragen!

Grüße von Hummelbrummel


PS: Hier habe ich noch einen Link für Dich für einen Anschlag für glatt rechts Gestrick an einem Bett (auch auf der Liste der Dinge, die ich noch probieren will:)
gestrickter Anschlag

Wenn Du genau hinschaust, siehst du, dass da schon ein Anfang mit Kontrastgarn gemacht wurde und eine Reihe mit Nylongarn auf den Nadeln hängt. Das braucht es, damit das Gewicht wo drin hängen kann, sonst funktioniert es nicht. Dann kommt dieser gestrickte Anschlag und wenn man am Schluss den Nylonfaden zieht, dürfte das eine ordentliche Kante ergeben.

Bearbeitet von Hummelbrummel, 05.11.2009 - 08:54.


#11 Hummelbrummel

Hummelbrummel

    Profi

  • Mitglieder
  • 194 Beiträge

Geschrieben 05.12.2009 - 14:24

Hallo Wolfgang,

sind die Strümpfe was geworden?

Zufällig stieß ich auf die Infos, die ich brauchte um

- jetzt einen Maschanschlag nur auf dem hinteren Nadelbett hinzukriegen (Für glatt rechts stricken).
- einen einfachen/schnellen Anschlag zum Bündchen 2r 2l zu stricken.

Also, falls es Dich noch interessiert, könnte ich es beschreiben,
aber ich mag jetzt nicht viel Zeit investieren und dann liest es hernach keiner - also kurze Rückmeldung ob Du's wissen willst und dann stehts morgen oder übermorgen da. ...

Viele Grüße, Hummelbrummel




Impressum  |  Datenschutzerklärung