Zum Inhalt wechseln


Foto

Armzunahmen


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
6 Antworten in diesem Thema

#1 Tarja

Tarja

    Semi-Profi

  • Mitglieder
  • 68 Beiträge

Geschrieben 12.02.2019 - 23:23

Ich sitze nun schon einige Stunden am Umrechnen einer Strickjacke , bin mir aber nicht sicher, ob ich die Armzunahmen richtig ausgerechnet habe . Wäre lieb, wenn jemand, der nicht stundenlang rechnen und überlegen muss, das mal bitte überfliegt
Hier mal meine Angaben : 10x10 = 12x21
Der Arm soll laut Anleitung 55 cm lang sein. Der Umfang am Oberarm ist 32 cm und am Unterarm 18 cm

Ich habe ausgerechnet, dass ich bei 10 Zunahmen alle 4 Reihen am Anfang und am Ende der Reihe zunehmen muss.

Die Anleitung nach der ich umgerechnet habe , 12x18 cm = 10x10 und da wird in jeder 12 Reihe zugenommen und es sollen 5 Zunahmereihen sein.

Ich wollte eine Skizze hochladen , ist aber zu groß 🙁
Mein Kopf raucht und ich kann nicht mehr nachdenken . Würde mich freuen, wenn mir jemand helfen kann.

Vielen Dank

Bearbeitet von Tarja, 12.02.2019 - 23:46.


#2 Kathrin

Kathrin

    Semi-Profi

  • Administrators
  • 39 Beiträge

Geschrieben 13.02.2019 - 10:03

Hallo Tanja,

 

wenn deine Maschenprobe 12M x 21R =10cm x 10cm ist, dann müsstest du nach meiner Rechnung 16,8 M aufnehmen. Die Armlänge sind 115,5 Reihen. Ich würde die Maschen auf 16 Zunahmemaschen abrunden und die Reihen auf 115 oder 116 anpassen. Wenn du am Ärmel noch ein Bündchen strickst musst du die Bündchenreihen von der Gesamtreihenzahl abziehen. 

Das würde dann 8 Aufnahmen auf die entsprechenden Reihen ergeben. Ich rechne dann immer die Reihenzahl geteilt durch die Anzahl Zunahmen plus eins, da ich ja mit einem "Abstand* beginne und auch enden möchte

 

Ich hoffe das dir meine Zeilen weiterhelfen und wünsche viel Spass beim Stricken.

 

Liebe Grüsse

Kathrin



#3 Tarja

Tarja

    Semi-Profi

  • Mitglieder
  • 68 Beiträge

Geschrieben 13.02.2019 - 13:23

Hallo Kathrin,

Vielen Dank für Deine liebe und ausführliche Antwort.
Ich habe es mal versucht nachzuvollziehen

Ich schreibe Dir mal, wie ich drauf gekommen bin , irgendwo muss doch ein Fehler sein .

Erstens Du hattest natürlich recht , es ist ein Bündchen von 9 Reihen angegeben .

Die Angaben für den Unterarm sind nicht angegeben ,das habe ich selber gemessen.
In der Anleitung steht nur, dass ich ( bei gleicher Maschenprobe , die ich auch bei den Maschen habe )
dass ich 26 (30/34] anschlagen soll. Das wären doch 22 Maschen , und nicht 26 Maschen. ( 22x1,2 = 26,4 M )



18 cm Unterarm = 21,6 M ~22 M / Oberarm 32 cm = 38,4 M~ 38 M
Differenz sind 14 cm bzw 16 M , d. h 8 Zunahmereihen = 16 Zunahmen.
Armlänge sind 55 cm x 2,1 R = 115,5 Reihen ~ 116 R

Nun das Bündchen abziehen 116 R - 9 R = 107 R

107: 8 = 13,375 R ~ alle 13 Reihen zunehmen
107: 9 = 11,888 R ~ alle 12 Reihen zunehmen.

Habe ich nun richtig gedacht oder siehst Du noch einen Fehler ?

Ich möchte es endlich mal mit den Armzunahmen lernen , damit ihr mir selber mal eine Anleitung schreiben kann

Lieben Gruß
Tarja

Bearbeitet von Tarja, 13.02.2019 - 15:53.


#4 Kathrin

Kathrin

    Semi-Profi

  • Administrators
  • 39 Beiträge

Geschrieben 16.02.2019 - 15:39

Liebe Tanja,

 

sieht doch ganz gut aus. Übung macht den Meister  :-)

 

Viel Spass



#5 Kerstin_strickt

Kerstin_strickt

    Profi

  • Mitglieder
  • 305 Beiträge

Geschrieben 25.02.2019 - 12:02

Hallo Tarja,

 

wird dein Pullover hauteng? Deine Maßangaben erscheinen mir nämlich etwas knapp. Erst dachte ich, es wird ein Kindermodell, aber dagegen spricht die Ärmellänge.

 

Mir kommt es vor, als hättest du die Bewegungsweite vergessen. Hast du berücksichtigt, dass die Hand unten durchpassen muss? Üblicherweise geht man davon aus, dass ein Ärmel unten mindestens 20-24 cm Weite hat. Eingehalten wird er durch ein Rippenbündchen, das sich ja zusammenzieht. Bei 18 cm bekäme ich jedenfalls meine Hand nicht mehr durch. 

 

Ist es ein Ärmel mit Kugel, oder wird er gerade angesetzt? Falls letzteres, rechne für einen Erwachsenen mindestens 48 cm Umfang, sonst kneift es entsetzlich unter der Achsel. Bei einem Ärmel mit Armkugel und einer kleinen Größe könnten die 32 cm wohl gerade so passen, wenn die Trägerin dünne Ärmchen hat. 

 

Zum Berechnen einer Schrägung: Das funktioniert schematisch wie das Lösen eines Gleichungssystems mit zwei Unbekannten. (Keine Angst, es ist einfacher als es klingt.)

Zunächst solltest du ermitteln, wie viele Maschen das Teil unten haben muss und wie viele oben. Dazu brauchst du deine Maschenprobe.

Ich würde NICHT auf Basis der Zentimeter rechnen, weil das nicht so genau wird wie auf Basis von Maschen und Reihen.

Ich würde auch nicht erst das Verhältnis der ursprünglichen zur eigenen Maschenprobe berechnen, weil man das gar nicht braucht. 

Das Bündchen wird schon vorher abgerechnet, denn darin kommen keine Zu- oder Abnahmen vor. 

 

Angenommen, du hast ein Bündchen von etwa 5 cm, das entspricht ungefähr 9-10 Reihen. 1re-1li-Rippenmuster geht nämlich etwas in die Höhe und zieht sich dafür in der Breite zusammen.  Das kannst du gleich von deinen 55 cm abziehen, dann bleiben 50 cm Höhe, das entspricht 5,0 mal 21 Reihen = 105 Reihen.

Anhand deiner Maschenprobe ermittelst du nun, wie viele Maschen du unten hast (ich gehe mal von 22 cm aus, damit deine Hände durchpassen, und von 48 cm oben, damit es unter dem Arm nicht kneift). Unten wären es demnach 1,2 mal 22 = 26,4, abgerundet 26 Maschen.  Oben wären es 4,8 mal 22 = 105,6, aufgerundet 106 Maschen.

Die Differenz ist 106 minus 26 = 80 Maschen. Davon wird rechts und links jeweils die Hälfte zugenommen, also hast du 40 Zunahmereihen. 

40 Zunahmereihen müssen nun auf 105 Reihen gleichmäßig verteilt werden, so dass du 40 (wenn die erste Zunahme direkt nach dem Bündchen kommt) oder 41 (wenn die erste Zunahme erst etwas später kommt) Zwischenräume hast. Man macht die letzte Zunahme nämlich niemals in der letzten Reihe, weil sie dann keine Wirkung mehr hat. 

 

Fall 1, erste Zunahme direkt nach dem Bund: 105 geteilt durch 40 = 2,63

Du müsstest also theoretisch alle 2,63 Reihen zunehmen. Das kann man natürlich nicht, es geht immer nur bei vollen Reihenzahlen. 

Es wird also eine gewisse Anzahl x von Zunahmen alle 2 Reihen geben und eine gewisse Anzahl y alle 3 Reihen, damit man auf die erforderliche Maschenzahl kommt. Damit kann man das Gleichungssystem aufbauen:

 

x mal 2 Reihen + y mal 3 Reihen = 105 Reihen gesamt.

x Zunahmen + y Zunahmen = 40, d.h. die Gesamtzahl deiner Zunahmen muss 40 ergeben.

 

Mathematisch ausgedrückt:

2x +3y=105

x+y=40

 

Ich löse nach y auf, indem ich die untere Gleichung mit 2 malnehme:

2x+3y=105 (die obere Gleichung bleibt, wie sie ist)

2x+2y=80

 

Nun kann man die untere Gleichung von der oberen subtrahieren, dabei fallen die 2x weg, sie heben sich ja auf:

 

Linker Bereich: 3y minus 2y = 1y, also y.

Rechter Bereich: 105-80 = 25

Ergebnis: y = 25, d.h. du hast 25mal Zunahmen alle 3 Reihen.

 

Nun ist es sehr einfach, auf die Zunahmen nach 2 Reihen zu kommen, das ist nämlich 40 (gesamte Zunahmen) minus 25 (nach je 3 Reihen). 

Ergebnis: 15mal Zunahmen alle 2 Reihen. 

Du würdest also zunächst 15mal alle 2 Reihen zunehmen, und dann 25mal alle 3 Reihen. 

 

Und hier die Berechnung, wenn die erste Zunahme nicht gleich nach dem Bund erfolgt, dann hast du nämlich 41 Zwischenbereiche, in denen die 40 Zunahmen liegen. Man muss dann mit den Zwischenräumen rechnen:

2x +3y=105

x+y=41

 

Auflösen nach y:

2x +3y=105

2x+2y=82

y = 23 -> x = 41-y = 18

 

In diesem Fall würdest du also 18mal in jeder 2. Reihe zunehmen und 23mal in jeder 3, Reihe. 

 

Diese Methode ist die präzise für die Berechnung von Zu- oder Abnahmen. Wenn einem das zu kompliziert ist, kann man auch, von den 2,65 Reihen ausgehen und abwechselnd in jeder 3. und 2. Reihe zunehmen. Das entspricht einer Zunahme alle 2,5 Reihen, ist also etwas öfter als besagte 2,65 Reihen. Dann hat man am Ende einige Reihen, in denen nicht mehr zugenommen wird, weil die erforderliche Maschenzahl bereits erreicht ist.

 

Ach ja, der Vollständigkeit halber noch die Berechnung für deine 32, entsprechend 3,2 mal 12 M = 38,4 M; ich würde hier aufrunden auf 40 Maschen:

 

40 M oben minus 26 M unten = 14 M Zunahmen, pro Seite also 7mal 1 Masche zunehmen, mit 8 Zwischenräumen drumherum:

105 Reihen geteilt durch 8 Zwischenräume = 13,125 Reihen zwischen den Zunahmen.

Das geht natürlich wieder nicht, also wird es Zunahmen in jeder 13. und welche in jeder 14. Reihe geben.

 

13x + 14y = 105

x + y = 8

Auflösen nach y, indem die untere Gleichung mit 13 malgenommen wird, um das x wegzubekommen:

13x + 14y = 105

13x + 13y = 104

y = 105 minus 104 = 1 (Zunahme in der 14. Reihe)  -> x = 8 minus 1 = 7 (Zunahmen in jeder 13. Reihe.

Ob du nun mit 7 Zunahmen in jeder 13. Reihe startest und als letztes die Zunahme in der 14. Reihe machst oder umgekehrt, ist wurscht. 

 

Zahlreiche Grüße

Kerstin



#6 Tarja

Tarja

    Semi-Profi

  • Mitglieder
  • 68 Beiträge

Geschrieben 28.02.2019 - 18:02

Hallo Kerstin ,

Ganz, ganz vielen Dank für diese ausführlich Erklärung.

Inzwischen habe ich alles aufgeribbelt und fange neu an und zwar mit einer Armkugel

Dann werde ich anhand Deiner Rechnungen die Ärmel stricken .

Lieben Gruß

Monika

#7 Kerstin_strickt

Kerstin_strickt

    Profi

  • Mitglieder
  • 305 Beiträge

Geschrieben 01.03.2019 - 11:34

Hallo Monika,

 

hast du vor dem Ribbeln am großen gestrickten Teil deine exakte Maschenprobe ermittelt?

Und hast du vor dem Ribbeln geprüft, ob und wenn ja, wo die Passform nicht optimal ist?

 

Falls nicht, riskierst du, ein weiteres Mal ribbeln zu müssen. Man sollte aus dem falsch gestrickten Teil erst so viele Informationen wie möglich herausziehen, bevor man es ribbelt. Dann ist es wenigstens zu etwas gut. :-) 

 

Zahlreiche Grüße

Kerstin






Impressum  |  Datenschutzerklärung