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Kerstin_strickt

Registriert seit 21.11.2007
Offline Letzte Aktivität 29.06.2020 - 08:21

Von mir verfasste Beiträge

Im Thema: Schöner Anschlag für Rundum-Schlauch auf dem Brother Feinstricker ?

13.05.2019 - 10:00

Hallo Carine,

 

zunächst mal eine Rückfrage, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe:

Möchtest du einen geschlossenen Anschlag zum Rundstricken haben? Das ist ein wenig komplifikant, dafür sind Haushaltsstrickmaschinen nicht ausgelegt.

 

Eine Möglichkeit:

Erst einmal einen Zickzack-Anschlag mit Kontrast- bzw. Hilfsgarn in abweichender Farbe. Darüber mit eben diesem Hilfsgarn ein paar Reihen rund stricken.

Dann eine RUNDREIHE mit dem Nylonfaden. Wenn du damit Zickzack strickst, kannst du ihn nämlich später nicht richtig herausziehen, deshalb solltest du das nicht tun.

Nun bei deinem eigentlichen Strickgarn einen so langen Faden lassen, dass du damit über die benötigten Nadeln EINES Nadelbetts einen Wickelanschlag machen kannst. Hängen lassen, mit dem nachfolgenden Faden einen Wickelanschlag auf dem anderen Bett machen, zum Schlitten hin. Nun mit dem Schlitten über das soeben bewickelte Bett stricken. Der Schlitten muss dazu auf Rundstricken eingestellt sein. 

Mit dem hängenden Faden einen Wickelanschlag auf dem anderen Bett machen, danach mit dem Schlitten über eben dieses Bett stricken.  Und nun immer fröhlich weiter in Runden arbeiten, dabei darauf achten, dass der Abzug sauber funktioniert. 

 

Alternativ sparst du dir das Wickeln, sammelst später oberhalb des Nylonfadens die nach unten zeigenden Schlaufen auf und bastelst darüber eine beliebige Abkettkante oder ein Bündchen.

 

Zahlreiche Grüße

Kerstin


Im Thema: Armzunahmen

01.03.2019 - 11:34

Hallo Monika,

 

hast du vor dem Ribbeln am großen gestrickten Teil deine exakte Maschenprobe ermittelt?

Und hast du vor dem Ribbeln geprüft, ob und wenn ja, wo die Passform nicht optimal ist?

 

Falls nicht, riskierst du, ein weiteres Mal ribbeln zu müssen. Man sollte aus dem falsch gestrickten Teil erst so viele Informationen wie möglich herausziehen, bevor man es ribbelt. Dann ist es wenigstens zu etwas gut. :-) 

 

Zahlreiche Grüße

Kerstin


Im Thema: Armzunahmen

25.02.2019 - 12:02

Hallo Tarja,

 

wird dein Pullover hauteng? Deine Maßangaben erscheinen mir nämlich etwas knapp. Erst dachte ich, es wird ein Kindermodell, aber dagegen spricht die Ärmellänge.

 

Mir kommt es vor, als hättest du die Bewegungsweite vergessen. Hast du berücksichtigt, dass die Hand unten durchpassen muss? Üblicherweise geht man davon aus, dass ein Ärmel unten mindestens 20-24 cm Weite hat. Eingehalten wird er durch ein Rippenbündchen, das sich ja zusammenzieht. Bei 18 cm bekäme ich jedenfalls meine Hand nicht mehr durch. 

 

Ist es ein Ärmel mit Kugel, oder wird er gerade angesetzt? Falls letzteres, rechne für einen Erwachsenen mindestens 48 cm Umfang, sonst kneift es entsetzlich unter der Achsel. Bei einem Ärmel mit Armkugel und einer kleinen Größe könnten die 32 cm wohl gerade so passen, wenn die Trägerin dünne Ärmchen hat. 

 

Zum Berechnen einer Schrägung: Das funktioniert schematisch wie das Lösen eines Gleichungssystems mit zwei Unbekannten. (Keine Angst, es ist einfacher als es klingt.)

Zunächst solltest du ermitteln, wie viele Maschen das Teil unten haben muss und wie viele oben. Dazu brauchst du deine Maschenprobe.

Ich würde NICHT auf Basis der Zentimeter rechnen, weil das nicht so genau wird wie auf Basis von Maschen und Reihen.

Ich würde auch nicht erst das Verhältnis der ursprünglichen zur eigenen Maschenprobe berechnen, weil man das gar nicht braucht. 

Das Bündchen wird schon vorher abgerechnet, denn darin kommen keine Zu- oder Abnahmen vor. 

 

Angenommen, du hast ein Bündchen von etwa 5 cm, das entspricht ungefähr 9-10 Reihen. 1re-1li-Rippenmuster geht nämlich etwas in die Höhe und zieht sich dafür in der Breite zusammen.  Das kannst du gleich von deinen 55 cm abziehen, dann bleiben 50 cm Höhe, das entspricht 5,0 mal 21 Reihen = 105 Reihen.

Anhand deiner Maschenprobe ermittelst du nun, wie viele Maschen du unten hast (ich gehe mal von 22 cm aus, damit deine Hände durchpassen, und von 48 cm oben, damit es unter dem Arm nicht kneift). Unten wären es demnach 1,2 mal 22 = 26,4, abgerundet 26 Maschen.  Oben wären es 4,8 mal 22 = 105,6, aufgerundet 106 Maschen.

Die Differenz ist 106 minus 26 = 80 Maschen. Davon wird rechts und links jeweils die Hälfte zugenommen, also hast du 40 Zunahmereihen. 

40 Zunahmereihen müssen nun auf 105 Reihen gleichmäßig verteilt werden, so dass du 40 (wenn die erste Zunahme direkt nach dem Bündchen kommt) oder 41 (wenn die erste Zunahme erst etwas später kommt) Zwischenräume hast. Man macht die letzte Zunahme nämlich niemals in der letzten Reihe, weil sie dann keine Wirkung mehr hat. 

 

Fall 1, erste Zunahme direkt nach dem Bund: 105 geteilt durch 40 = 2,63

Du müsstest also theoretisch alle 2,63 Reihen zunehmen. Das kann man natürlich nicht, es geht immer nur bei vollen Reihenzahlen. 

Es wird also eine gewisse Anzahl x von Zunahmen alle 2 Reihen geben und eine gewisse Anzahl y alle 3 Reihen, damit man auf die erforderliche Maschenzahl kommt. Damit kann man das Gleichungssystem aufbauen:

 

x mal 2 Reihen + y mal 3 Reihen = 105 Reihen gesamt.

x Zunahmen + y Zunahmen = 40, d.h. die Gesamtzahl deiner Zunahmen muss 40 ergeben.

 

Mathematisch ausgedrückt:

2x +3y=105

x+y=40

 

Ich löse nach y auf, indem ich die untere Gleichung mit 2 malnehme:

2x+3y=105 (die obere Gleichung bleibt, wie sie ist)

2x+2y=80

 

Nun kann man die untere Gleichung von der oberen subtrahieren, dabei fallen die 2x weg, sie heben sich ja auf:

 

Linker Bereich: 3y minus 2y = 1y, also y.

Rechter Bereich: 105-80 = 25

Ergebnis: y = 25, d.h. du hast 25mal Zunahmen alle 3 Reihen.

 

Nun ist es sehr einfach, auf die Zunahmen nach 2 Reihen zu kommen, das ist nämlich 40 (gesamte Zunahmen) minus 25 (nach je 3 Reihen). 

Ergebnis: 15mal Zunahmen alle 2 Reihen. 

Du würdest also zunächst 15mal alle 2 Reihen zunehmen, und dann 25mal alle 3 Reihen. 

 

Und hier die Berechnung, wenn die erste Zunahme nicht gleich nach dem Bund erfolgt, dann hast du nämlich 41 Zwischenbereiche, in denen die 40 Zunahmen liegen. Man muss dann mit den Zwischenräumen rechnen:

2x +3y=105

x+y=41

 

Auflösen nach y:

2x +3y=105

2x+2y=82

y = 23 -> x = 41-y = 18

 

In diesem Fall würdest du also 18mal in jeder 2. Reihe zunehmen und 23mal in jeder 3, Reihe. 

 

Diese Methode ist die präzise für die Berechnung von Zu- oder Abnahmen. Wenn einem das zu kompliziert ist, kann man auch, von den 2,65 Reihen ausgehen und abwechselnd in jeder 3. und 2. Reihe zunehmen. Das entspricht einer Zunahme alle 2,5 Reihen, ist also etwas öfter als besagte 2,65 Reihen. Dann hat man am Ende einige Reihen, in denen nicht mehr zugenommen wird, weil die erforderliche Maschenzahl bereits erreicht ist.

 

Ach ja, der Vollständigkeit halber noch die Berechnung für deine 32, entsprechend 3,2 mal 12 M = 38,4 M; ich würde hier aufrunden auf 40 Maschen:

 

40 M oben minus 26 M unten = 14 M Zunahmen, pro Seite also 7mal 1 Masche zunehmen, mit 8 Zwischenräumen drumherum:

105 Reihen geteilt durch 8 Zwischenräume = 13,125 Reihen zwischen den Zunahmen.

Das geht natürlich wieder nicht, also wird es Zunahmen in jeder 13. und welche in jeder 14. Reihe geben.

 

13x + 14y = 105

x + y = 8

Auflösen nach y, indem die untere Gleichung mit 13 malgenommen wird, um das x wegzubekommen:

13x + 14y = 105

13x + 13y = 104

y = 105 minus 104 = 1 (Zunahme in der 14. Reihe)  -> x = 8 minus 1 = 7 (Zunahmen in jeder 13. Reihe.

Ob du nun mit 7 Zunahmen in jeder 13. Reihe startest und als letztes die Zunahme in der 14. Reihe machst oder umgekehrt, ist wurscht. 

 

Zahlreiche Grüße

Kerstin


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